Kassensturz beim ZDF Die Mainzelmännchen machen Minus

Von red/epd 

Nicht zum ersten Mal ist das ZDF 2017 mit den Einnahmen aus Rundfunkbeitrag und Werbung nicht hingekommen. Das hat der Sender jetzt öffentlich gemacht – und auch dargelegt, was seine Führungsriege so verdient.

Halt, so geht’s nicht weiter: Das ZDF hat auch 2017 mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Foto: dpa
Halt, so geht’s nicht weiter: Das ZDF hat auch 2017 mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Foto: dpa

Mainz - Auf manchen mag diese Zahl höchst schockierend wirken: Das ZDF hat das Jahr 2017 mit einem bereinigten Fehlbetrag von 136,8 Millionen Euro abgeschlossen. Doch dieses Defizit relativiert sich ein wenig, blickt man auf die gesamte Geldmenge, die der öffentlich-rechtliche Senderriese pro Jahr umwälzt. Das ZDF verbuchte Aufwendungen in Höhe von 2,291 Milliarden Euro und Erträge in Höhe von 2,188 Milliarden Euro. Das geht aus der im Internet veröffentlichten Jahresbetriebsrechnung des öffentlich-rechtlichen Senders hervor. Der Fehlbetrag konnte laut Bericht durch Entnahmen aus Rücklagen ausgeglichen werden. Im Jahr 2016 war das Minus noch höher gewesen: 212,9 Millionen Euro.

Was der Intendant verdient

Bereits zu Diskussionen im Netz und in einigen Medien führen die ebenfalls aufgelisteten Bezüge des Intendanten Thomas Bellut. Das Gehalt liegt mit 350 400 Euro deutlich höher als das der meisten ZDF-Zuschauer, und es kommen noch der privat zu versteuernde geldwerte Vorteil für den Dienstwagen (2 322 Euro) sowie eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 766,94 Euro hinzu. Für Tätigkeiten bei Tochter- und Beteiligungsgesellschaften des ZDF erzielte Bellut Einkünfte in Höhe von 41 135 Euro und 48 Cent.

Die Hierarchen unterhalb von Bellut verdienen beim ZDF bereits deutlich weniger, wenn auch noch immer ansehnlich: Chefredakteur Peter Frey erhielt 230 880 Euro, Programmdirektor Norbert Himmler 227 280 Euro. Beide bekamen ebenfalls Sachbezüge in Form des Dienstwagens und eine monatliche Aufwandsentschädigung von je 511,29 Euro. Die gesamten Personalaufwendungen lagen laut der Betriebsrechnung bei 464,4 Millionen Euro.

Werbung bringt keine Milliarden

Insgesamt rund 1,895 Milliarden Euro erhielt der Mainzelmännchensender 2017 aus Rundfunkbeiträgen, abzüglich der sogenannten KEF-Rückstellungen blieben noch 1,861 Milliarden Euro. Die Rücklage muss gebildet werden, weil der Rundfunkbeitrag ab 2017, anders als von der Finanzkommission empfohlen, nicht von 17,50 auf 17,20 Euro pro Haushalt und Monat gesenkt wurde. Mit dem nun quasi im Voraus eingenommenen Geld soll die Beitragshöhe für die Jahre 2021 bis 2024 stabilisiert werden.

Werbung brachte dem ZDF 153,7 Millionen Euro ein, 139,4 Millionen Euro entfielen auf übrige Erträge wie etwa Sponsoring, Verwertungserlöse oder Zinserträge. Größter Posten bei den Aufwendungen waren die Programmbereiche des Mainzer Senders mit 1,624 Milliarden Euro.

Im laufenden Jahr rechnet das ZDF laut dem im Dezember veröffentlichten Haushaltsplan mit einem Fehlbetrag von 196,8 Millionen Euro, der erneut durch Sonderrücklagen gedeckt werden könne. Die mittelfristige Finanzplanung des Senders sieht vor, die noch bis 2020 laufende Beitragsperiode mit einem positiven Ergebnis abzuschließen.