Kein Ausschank wegen Corona Gaststätte in Bietigheim verschenkt Bier

Eine Gaststätte aus Bietigheim verschenkt Bier, das abzulaufen droht. Bierliebhaber freut das. Foto: Matthias Eigel/www.kaleidoskop.de 2 Bilder
Eine Gaststätte aus Bietigheim verschenkt Bier, das abzulaufen droht. Bierliebhaber freut das. Foto: Matthias Eigel/www.kaleidoskop.de

Der Gerstensaft, der im Keller der TSV-Gaststätte in Bietigheim lagert, droht abzulaufen. Statt das Bier wegzukippen, wie es andere machen, haben sich die Wirte dazu entschieden, Gutes zu tun – nicht nur für Bierliebhaber.

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Bietigheim-Bissingen - Seit über drei Monaten haben die Wirte der TSV-Gaststätte in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) kein Bier mehr ausgeschenkt. „Unser Fassbierkeller ist voll – durch den Lockdown konnten wir es Euch leider nicht ausschenken“, schreiben die Wirte in einem Aushang.

Was also tun? „Wegschütten oder austrinken?“, haben sich David und Ileana Pinna gefragt – und wussten die Antwort bereits. „Wir haben uns für Austrinken entschieden“, steht auf einem Plakat, das eine besondere Aktion ankündigt. Bevor das Bier schlecht zu werden droht – Anfang April läuft das Mindesthaltbarkeitsdatum ab –, verschenken es die Pinnas lieber.

Freibier-Aktion soll armen Kindern in Haiti zugute kommen

An allen Sonntagen im März können Gäste zwischen 12 und 16.30 Uhr ins Lokal im Fischerpfad kommen und sich zwei Liter Bier abholen. Gefäße müssen selbst mitgebracht werden, wenn das Bier weg ist, ist es weg. Die Resonanz am ersten Sonntag war groß, die Leute kamen in Scharen. Die meisten haben gleich noch etwas zu Essen mitgenommen, das Restaurant profitiert also zumindest ein Stück weit von der Aktion. Vor allem sollen aber Kinder aus Haiti etwas von der Aktion haben.

Gäste, die Bier mitnehmen, werden um eine kleine Spende für den Verein „Haiti – wir helfen“ gebeten – und viele Bierliebhaber haben etwas gegeben. „Manche waren extrem großzügig“, sagt Matthias Eigel, der den Verein gegründet hat. Am vergangenen Sonntag habe eine ganz besondere Atmosphäre geherrscht. „Man hat gemerkt, dass sich die meisten richtig freuen – auch mal wieder rauszukommen“, sagt Eigel.

Mit dem Geld soll unter anderem eine Küche und Toiletten für eine Schule gebaut werden. Bier ist trotz des Ansturms am ersten Sonntag noch genug da, sodass weiter Spenden zusammenkommen dürften.




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