Kfz-Haftpflichtversicherung im Südwesten In diesen Regionen könnte es für Autobesitzer bald günstiger werden

Von red/dpa/lsw 

Einmal jährlich überprüfen die Versicherungen die Regionalklassen ihrer Kfz-Policen. In Baden-Württemberg profitieren Hunderttausende Menschen von günstigeren Einstufungen und könnten nun Geld sparen.

Zahlreiche Autobesitzer in Baden-Württemberg könnten schon bald Geld sparen. Foto: dpa/Marc Müller
Zahlreiche Autobesitzer in Baden-Württemberg könnten schon bald Geld sparen. Foto: dpa/Marc Müller

Stuttgart/Berlin - Fast 950 000 Autobesitzer im Südwesten dürfen künftig auf niedrigere Beiträge für ihre Kfz-Haftpflichtversicherungen hoffen. In 8 der 44 Zulassungsbezirke in Baden-Württemberg gelten ab sofort niedrigere Regionalklassen, die bei den Kosten für Kfz-Haftpflichtversicherungen berücksichtigt werden, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag mitteilte. Zu den Profiteuren zählen Autobesitzer aus Mannheim, Heidenheim, Freudenstadt und Freiburg sowie den Regionen Bodenseekreis, Breisgau/Hochschwarzwald, Enzkreis und Rems-Murr-Kreis.

Rund 210 000 Autobesitzern aus den Zulassungsbezirken Calw und Biberach an der Riß droht dagegen ein Beitragsanstieg - hier gelten künftig höhere Regionalklassen. Die beste Schadenbilanz im Südwesten erreichte nach GDV-Angaben der Hohenlohekreis, in Pforzheim war die Schadenbilanz zuletzt am schlechtesten.

Der GDV errechnet jedes Jahr die Schadenbilanzen der 413 deutschen Zulassungsbezirke und teilt diese in die sogenannten Regionalklassen ein. Die Einstufung richtet sich nach dem Schadenverlauf in der Vergangenheit. Wo die Versicherer besonders viel zahlen mussten, steigen in der Folge die Beiträge. Je besser ein Bezirk eingestuft wird, desto günstiger wirkt sich das in der Regel auf den Versicherungsbeitrag aus. Die Kosten hängen aber noch von vielen weiteren Faktoren ab, so dass die veränderte Einstufung allein noch keine Aussage darüber erlaubt, wie sich der gesamte Beitrag für die Kfz-Versicherung entwickelt.

Gute Nachricht für Halter aus Böblingen und Ludwigsburg

In den gesondert berechneten Regionalklassen für Kaskoversicherungen bleibt für die Mehrheit der Autohalter im Südwesten alles beim Alten. Von den rund 4,9 Millionen Kaskoversicherten werden rund 450 000 in bessere Regionalklassen eingestuft, für rund 280 000 Halter gelten zukünftig höhere Einstufungen.

Bei den Vollkaskoversicherungen müssen Autobesitzer aus Pforzheim, dem Hohenlohekreis und dem Bezirk Breisgau/Hochschwarzwald bald wohl mehr berappen, dagegen dürfen Halter aus Böblingen, Konstanz, Ludwigsburg und dem Neckar-Odenwald-Kreis auf sinkende Beiträge hoffen. Bei Teilkaskoversicherungen müssen Autobesitzer aus der Region Breisgau/Hochschwarzwald sowie Calw, Göppingen, Rottweil und Ulm bald womöglich tiefer in die Tasche greifen, für Halter aus Mannheim könnte es dagegen günstiger werden.

Es bringt nichts, bei einem Umzug in die Ballungsgebiete das Heimatkennzeichen zu behalten. Die Versicherungen stufen die Verträge allein anhand des Wohnortes ein, nicht nach dem Kennzeichen des Autos. Die Regionalklassen sind für die Versicherer zwar nicht verbindlich, bilden aber zusammen mit anderen Parametern wie dem Fahrzeugtyp eine wichtige Berechnungsgrundlage für den jeweiligen Tarif. Die neuen Klassen können bei Neuverträgen ab sofort angewendet werden. Bei Altverträgen greifen sie in der Regel zum Hauptfälligkeitstermin, der meist am Jahreswechsel ist.

Versicherten steht Sonderkündigungsrecht zu

Die beiden Vergleichsportale Check24 und Verivox wiesen darauf hin, dass die meisten Versicherer die Wohnortkomponente noch kleinteiliger berechnen - auf der Grundlage der Postleitzahlbezirke. In Einzelfällen könne so eine modellhafte Kfz-Versicherung auf der einen Straßenseite bis zu 200 Euro teurer sein als auf der anderen, berichtete Verivox. Bei einer Höherstufung der Regionalklasse steht dem Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zu.

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