Kickers-Trainer Kaczmarek im Interview „Die Zeit in Ägypten hat mich geprägt“

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Der neue Kickers-Coach Tomasz Kaczmarek ist noch ein relativ unbekanntes Gesicht, aber das könnte sich ändern – bei der Vita des erst 32-Jährigen.

Tomasz  Kaczmarek will die Kickers wieder zu einer guten Adresse machen. Foto: Baumann
Tomasz Kaczmarek will die Kickers wieder zu einer guten Adresse machen. Foto: Baumann

Stuttgart - Die Stuttgarter Kickers haben einen neuen Trainer: Tomasz Kaczmarek ist noch ein relativ unbekanntes Gesicht, aber das könnte sich ändern – bei der Vita des erst 32-Jährigen. Der sagt: „Ich bin auch bereit, Risiken einzugehen.“

Herr Kaczmarek, die Schwaben gelten als bodenständiges Völkchen. Glauben Sie denn, dass Sie hierher passen?
Ja, das glaube ich schon. Ich komme aus einer großen Familie mit vier Geschwistern. Ich habe mich im Vorfeld bereits viel mit dem Kickers und den Werten des Vereins auseinander gesetzt und kann mich damit gut identifizieren.
Die Frage kam deshalb, weil Sie in Ihren jungen Jahren schon viel herumgekommen sind im Fußball – und fast einen kleinen Weltenbummler abgegeben haben.
Ich war als junger Trainer eben immer für vieles offen, es war letztlich die Herausforderung, die mich mit auf die Reise genommen hat. So hat sich die Sache mit Ägypten ergeben und später in Norwegen. Ich bin schon jemand, der bereit ist, Erfahrungen zu sammeln und Risiken einzugehen. Aber die Motivation bei meinem Werdegang lag immer in der sportlichen Aufgabe – und das ist letztlich auch der Grund, warum ich hier in Stuttgart bin.
Sie haben im Ausland lange mit dem ehemaligen US-Nationalcoach Bob Bradley zusammengearbeitet. Können Sie kurz erklären, wie es dazu kam?
Ich habe an der Sporthochschule in Köln studiert und dann meine Diplomarbeit in Los Angeles bei Mark Verstegen, dem einstigen Fitnesstrainer der deutschen Nationalmannschaft, geschrieben. Und Bob war zu der Zeit Nationaltrainer der USA und quasi im Büro neben uns. Ich habe sehr schnell einen guten Draht zu ihm gefunden, und er hat mich damals zu den ersten Länderspielen mit den USA eingeladen. Der Kontakt ist auch in Deutschland immer erhalten geblieben.
Wie muss man sich das vorstellen?
Sein Sohn Michael spielte in Mönchengladbach, ich wohnte in Köln. Er kam hierher auf seinen Europareisen, um sich auf die WM 2010 vorzubereiten und Spieler zu beobachten. Dabei habe ich ihn immer mal unterstützt. Und als er dann in Ägypten anfing, hat er jemand gesucht, der in der Lage war, mehrere Facetten dieses Jobs abzudecken – so kam es zu der Zusammenarbeit. Und weil die sehr, sehr gut lief, bin ich eben auch auf die nächste Station nach Norwegen mitgegangen. Jetzt ist er bei Swansea.