Kickers verlängern Vertrag nicht Engelbrecht muss gehen

Von ump 

Die Kickers ziehen Konsequenzen: der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Daniel Engelbrecht wird nicht verlängert. Der Stürmer, der mit einem Defibrillator spielt, soll schon bald gehen.

Daniel Engelbrecht hat keine Zukunft bei den Blauen. Foto: Baumann
Daniel Engelbrecht hat keine Zukunft bei den Blauen. Foto: Baumann

Stuttgart – Die Adventszeit ist eine besinnliche Jahreszeit. Doch aktuell ist es damit nicht so weit her bei den Stuttgarter Kickers. Und das liegt nicht nur an der sportlich enttäuschenden Situation als Tabellenletzten der dritten Liga, sondern auch an Daniel Engelbrecht, dessen Vertrag nicht verlängert wird. Gravierender: der Stürmer soll nach einem Gespräch mit dem Sportdirektor Michael Zeyer bereits in der Winterpause gehen: „Ich bin relativ sicher, dass er einen Verein findet, der ihm zusagt.“ Mag sein, der Abschied fällt trotzdem nicht harmonisch aus. „Ich bin schockiert und maßlos enttäuscht“, sagt der 25-Jährige. „Nach allem, was wir gemeinsam erlebt haben, ist das kein schönes Ende.“

Damit spricht der Profi, der nach einer Herzmuskelentzündung und mehreren operativen Eingriffen mit einem Defibrillator spielt, die Leidenszeit an. In dieser Saison aber ist er über eine Statistenrolle nicht mehr hinauskommt. Zeyer wehrt sich gegen die Kritik: „Ich denke, wir haben uns ihm gegenüber immer recht sozial verhalten und ihn immer unterstützt.“ Dennoch sei man nach reiflicher Überlegung zur Überzeugung gekommen, „dass wir uns das Gesamtpaket nicht leisten können“. Engelbrecht hat noch einen alten Vertrag aus der Morales-Zeit, der ihn zu einem Spitzenverdiener macht. Zeyer: „Dafür müsste er Stammspieler sein, und diesem Sprung hat er nicht mehr geschafft.“

Weder unter Horst Steffen noch dessen Nachfolger Tomislav Stipic, der sagt: „Er bringt als Stürmer zwar alles mit, aber er bringt es nicht auf den Platz.“ Soll heißen: die Erholungszeit, die er zwischen offensiven und defensiven Aktionen benötigt, ist länger, als es Stipic für seine Spielidee (und die der Kickers) vorschwebt. Deshalb ist der Kroate nach den Testspielen zu Beginn seiner Amtszeit zum Entschluss gekommen, dass Manuel Fischer als Joker der Mannschaft mehr gibt als Engelbrecht.

Engelbrecht ist den Kickers zu teuer

Wobei es auch eine neue Überlegung gibt. Nämlich die, Fischer auch mal von Beginn an als einzige echte Sturmspitze im 4-3-3-System zu bringen. Weil Fischer in seinen bisherigen Kurzeinsätzen stets für Gefahr vor dem generischen Tor gesorgt hat – und gerade die den Kickers in der Hinrunde extrem gefehlt hat. Deshalb hat die Mannschaft unter der Woche gezielt Torabschlüsse geübt und Stipic sogar Spielern Einzeltraining angeboten, um ihre Defizite aufzuarbeiten. Nicht nur Engelbrecht hat das angenommen, „es werden immer mehr“, sagt der neue Coach , was durchaus den Willen der Spieler belegt, aus der misslichen Situation so schnell wie möglich zu rauszukommen.

Am besten schon am Samstag in Köln, bei der Fortuna, die nach einer Durststrecke zuletzt wieder obenauf war. „ Das ist ein eingeschworener Haufen“, sagt Stipic – und hofft auf den Befreiungsschlag. „Unsere Kurve zeigt nach oben, auch wenn die Effektivität noch unbefriedigend ist.“ Das soll sich ändern, obwohl neben den Langzeitverletzten (Braun, Badiane, Calamita und nun auch noch Starostzik) definitiv der ­Kapitän Enzo Marchese (gesperrt) sowie möglicherweise auch Gerrit Müller (Sprunggelenkverletzung) fehlen werden. Doch auch das dürfte das Advents-Türchen für Daniel Engelbrecht nicht weiter öffnen. Was für ihn umso trauriger ist: schließlich ist er in Köln zu Hause.




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