Kind an Wurst erstickt Fleischkonzern Herta in Frankreich vor Gericht

Nach dem Unglück im Jahr 2014 hatte Hersteller Herta einen neuen Warnhinweis auf der Rückseite der französischen Knacki-Verpackungen angebracht. (Symbolfoto) Foto: dpa/picture alliance/Maurizio Gambarini
Nach dem Unglück im Jahr 2014 hatte Hersteller Herta einen neuen Warnhinweis auf der Rückseite der französischen Knacki-Verpackungen angebracht. (Symbolfoto) Foto: dpa/picture alliance/Maurizio Gambarini

Weil ein zweijähriger Junge im Jahr 2014 an einem Würstchen erstickt ist, steht der Fleischwarenhersteller Herta in Frankreich nun vor Gericht. Das Unternehmen hat Freispruch beantragt.

Dax - Weil ein kleiner Junge an einem Würstchen erstickt ist, steht in Frankreich der Wurstwarenhersteller Herta vor Gericht. Der Prozess gegen den Konzern wegen fahrlässiger Tötung begann am Montagnachmittag im südwestfranzösischen Dax, wie die dortige Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilte. Für den Konzern sei Freispruch beantragt worden. Am 8. Februar solle ein Urteil verkündet werden.

Der Fall geht zurück auf den August 2014. Damals war der zwei Jahre und elf Monate alte Lilian auf einem Campingplatz an der Atlantikküste erstickt, wo die Familie ihren Sommerurlaub verbrachte. Die Mutter hatte für mehrere Kinder in Scheiben geschnittene Knacki-Wurst und grüne Bohnen zubereitet.

Nach wenigen Bissen griff sich Lilian an den Hals und bekam keine Luft mehr. Weder den verzweifelten Eltern noch einer befreundeten Krankenschwester gelang es, das Wurststück wieder ins Freie zu befördern, der Junge erlitt einen Herzstillstand. Auch Sanitätern gelang es nicht, ihn wiederzubeleben.

Neuer Hinweis auf der Verpackung

„Der Durchmesser der Würstchen entspricht genau dem der Speiseröhre der Kleinen“, kritisierte der Anwalt der Familie. Nach dem Unglück hatte der Hersteller einen neuen Warnhinweis auf der Rückseite der französischen Verpackungen angebracht. Dort heißt es: „Für Kinder unter vier Jahren die Wurst der Länge nach schneiden und dann in ganz kleine Stücke, um Erstickungsrisiken zu vermeiden.“ Die Eltern wollen erreichen, dass der Hinweis auf der Vorderseite angebracht wird.

Der Wurstwarenhersteller Herta hat nach eigenen Angaben Standorte im westfälischen Herten sowie in Illkirch und Saint-Pol-sur-Ternoise in Frankreich. Wie Nestlé Frankreich schreibt, war das Unternehmen 1986 der Nestlé-Gruppe beigetreten.




Unsere Empfehlung für Sie