Kinder in der Coronakrise In manchen Familien schlägt Anspannung in Gewalt um

Von red/KNA 

„Es ist im Moment sicherer, durch einen dunklen Park zu gehen als in manchen Familien zu leben“, sagt der Gründer und Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“.

Nicht alle Kinder fühlen sich in ihren Familien sicher. Foto: picture alliance / dpa/Patrick Pleul
Nicht alle Kinder fühlen sich in ihren Familien sicher. Foto: picture alliance / dpa/Patrick Pleul

Frankfurt - Der evangelische Pastor Bernd Siggelkow sieht eine erhöhte Gewaltgefahr für Kinder während der Corona-Krise. „Es ist im Moment sicherer, durch einen dunklen Park zu gehen als in manchen Familien zu leben“, sagte der Gründer und Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“ in einem hr3-Interview, wie der Hessische Rundfunk am Montag mitteilte. Die Dunkelziffer für Gewalt in Familien sei hoch, sagte er. Allerdings seien derzeit auch viele Nachbarn zuhause, „und man ist vorsichtiger, weil die alles hören könnten“.

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Die Hilfsgesuche von Familien reichen nach seinen Angaben von fehlenden Lebensmitteln, Mangel an technischen Geräten für das Homeschooling bis hin zu Problemen bei der Beschäftigung der Kinder. Es gebe etwa Aufrufe von Eltern wie: „Ich weiß nicht mehr, was ich mit meinen Kindern machen soll. Das ist alles so laut. Wir haben 70 Quadratmeter, sechs Personen. Gib uns mal Tipps.“

Siggelkow, selbst Vater von sechs Kindern, gründete das Hilfswerk gegen Kinderarmut 1995 in Berlin-Hellersdorf. Inzwischen betreibt „Die Arche“ eigenen Angaben zufolge bundesweit 27 Standorte, wo bedürftige Kinder und Jugendliche neben einer warmen Mahlzeit auch Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote bekommen.