Kindertheater in der Komödie im Marquardt Aschenputtel lernt fliegen, der Prinz tanzen

Von Swantje Kubillus 

Die Komödie im Marquardt zeigt „Zwei Tauben für Aschenputtel“, ein ebenso modernes wie zauberhaftes Weihnachtsmärchen.

Farina Violetta Giesmann und Nikolaij Janocha Foto: Martin Sigmund
Farina Violetta Giesmann und Nikolaij Janocha Foto: Martin Sigmund

Stuttgart - Dieses Aschenputtel träumt vom Fliegen. Catharina Fillers und Stefanie Schnitzlers Bearbeitung „Zwei Tauben für Aschenputtel“ feierte in einer Inszenierung von Catja Baumann am Donnerstagvormittag in der Komödie im Marquardt Premiere. Das Familienstück für Kinder ab fünf Jahren erzählt das berühmte Grimm-Märchen im modernen Gewand. Dabei werden Themen wie Mobbing, Geschwisterrealität und Unterdrückung aufgegriffen. Auf der Bühne tragen die Darsteller Federwesten und Glitzershirts, Sneaker und Plateauschuhe. Aschenputtel muss das Haus putzen, aber auch den Instagram-Account pflegen. Und als die Linsen auf den Boden fallen, die Aschenputtel aufsammeln soll, kommt es zum Lehrstück über Mülltrennung.

Zwei liebenswürdig ulkige Tauben (Nikolaij Janocha und Marius Hubel), die ganz herrlich gurren, begleiten die Heldin (Farina Violetta Giesmann) dabei, sich gegen ihre böse Stiefmutter und eine böse Stiefschwester (Anja Barth und Laura Sauer) zu erwehren und das Herz des Prinzen (Nikolaij Janocha) zu erobern. Zudem erfüllen sie Aschenputtel den größten Wunsch: Fliegen lernen. Gemeinsam fliegen sie auf der Bühne durch die Lüfte, und die Kinder im Publikum pusten kräftig mit für Aufwind. Die Tauben holen ihre Ukulelen hervor und singen: „Rucke di, rucke di, rucke di gu, heute bist du nicht mehr Aschenputtel, sondern du!“

Die Kinder glucksen und kichern

Das einstündige Stück ist temporeich, und immer wieder wechseln die Darsteller die Rollen. So spielt etwa Laura Sauer neben der herrlich unsympathischen und giftigen Stiefschwester auch eine Stehlampe im Schloss des Prinzen, im roten Kleid und mit rotem Lampenschirm auf dem Kopf, die der Prinz zum Tanzen lernen verwenden soll. Verständlich, dass die Kinder im Publikum da glucksen und kichern – zumal dieser Prinz überhaupt nicht tanzen kann, weil er zwei linke Füße hat. Und Marius Hubel spielt neben einer Taube noch Aschenputtels Vater, den König im Schloss, und den Herold, der zur Brautschau ins Schloss aufruft. Diese Wechsel sind charmant eingebaut.

„Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich“, sagt Aschenputtel, und erhält dafür ein schönes weißes Federkleid und goldene Schuhe. Auf dem Ball bringt sie dem Prinzen schließlich das Tanzen bei und dieser hat nur noch Augen für sie. Gemeinsam fliegen sie am Ende davon. Ein zauberhaftes Stück zur Weihnachtszeit.