Kinokritik zu „Sonic the Hedgehog“ Das blaue Wunder

Von Kathrin Horster 

Der Videospielheld Sonic the Hedgehog, längst ein Konsolenklassiker, kommt doch noch auf die Leinwand – an der Seite von Tika Sumpter, Jim Carrey und James Marsden.

Sonic der Wunderigel und sein neuer Menschenkumpel (James Marsden) sind etwas zu schnell unterwegs. Foto: Paramount Pictures/Sega of America 19 Bilder
Sonic der Wunderigel und sein neuer Menschenkumpel (James Marsden) sind etwas zu schnell unterwegs. Foto: Paramount Pictures/Sega of America

Stuttgart - Renn wie der Blitz, spring wie der Teufel! Nicht selten wünscht sich ein Knirps diese Kernkompetenzen, wenn es mal wieder Stress auf dem Bolzplatz gibt. In den Neunzigern erfüllte die japanische Videospielfirma Sega auch eher unsportlichen Kindern solche Träume, indem sie den magisch-sportlichen Fantasieigel Sonic the Hedgehog jede Hürde nehmen ließ.

Jim Carrey als Schurke

Fast dreißig Jahre später sind die einstigen Sonic-Fans erwachsen und selbst Eltern einer neuen Kindergeneration, eine gute Zeit, um beide Altersklassen mit einer Neuauflage der Hüpfabenteuer zu versorgen. Die Geschichte von „Sonic the Hedgehog“ ist nicht weiter kompliziert: Der von seinem Heimatplaneten verscheuchte Außerirdische Sonic schreckt das US-Militär auf. Der sinistre Wissenschaftler Dr. Robotnik (Jim Carrey) will Sonic als Energiequelle für sein Waffenarsenal anzapfen. Im Kleinstadtpolizisten Tom (James Marsden) und dessen Frau Maddie (Tika Sumpter) findet Sonic Freunde und Unterstützer.

Jeff Fowler – mit 41 Jahren selbst im besten Sega-Nostalgie-Alter – verlässt sich nicht allein auf die nachhaltige Popularität des alten Spielehits, sondern bietet für das erwachsene Publikum neben diversen Anspielungen auf Filmklassiker noch eine Riege bekannter Darsteller. James Marsden („Westworld“, „X-Men“), Tika Sumpter („My First Lady“) und der Superkomiker Jim Carrey könnten auch vom Videospiel-Phänomen völlig unbeeindruckte Begleitpersonen überzeugen.

Ein liebenswerter Kumpel

Doch das Szenario des Films ist zu schlicht, um vom Spiel der drei aufgewertet zu werden. Jim Carrey ist mit dem eindimensionalen Schurken Dr. Robotnik unterfordert; abgesehen von einer lustigen Tanzeinlage und ein paar drollig entgleisenden Gesichtszügen kann er nicht einmal ansatzweise seine manisch-hyperaktive Blödelkunst ausspielen.

Jungen Zuschauern dürfte das egal sein, Sonic ist immerhin ein liebenswerter Kumpel. Vielleicht auch dank seiner Fans, die gegen eine erste, in einem Trailer präsentierte Version Sturm liefen und für eine Überarbeitung der Figur sorgten. Kinder können sich jetzt problemlos mit dem sanftmütigen Tier identifizieren, das nach einer liebevollen Familie und einem schönen Zuhause sucht.

Sonic the Hedgehog. USA, Japan 2020. Regie: Jeff Fowler. Mit Jim Carrey, Tika Sumpter, James Marsden. 99 Minuten. Ab 6 Jahren.




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