Kirchengeschichte in Musberg Bei den Glocken hat’s geklingelt

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Das Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen präsentiert von Samstag, 29. Juni, an eine Ausstellung zu 450 Jahren Kirchengeschichte in Musberg.

Pfarrer Rainer Müller, Stadtarchivar Bernd Klagholz und Initiator Horst Elsässer (v.l.) sind mit der Ausstellung zufrieden. Foto: N. J. Leven
Pfarrer Rainer Müller, Stadtarchivar Bernd Klagholz und Initiator Horst Elsässer (v.l.) sind mit der Ausstellung zufrieden. Foto: N. J. Leven

Musberg - Horst Elsässer kennt sich in der Musberger Heimatgeschichte aus wie kaum ein zweiter – in der weltlichen wie in der kirchlichen. Dieses Wissen und die Gabe, historische Zusammenhänge spannend aufbereiten zu können, hat Elsässer federführend in eine gemeinsame Ausstellung von Stadt und Kirchengemeinde zum 450-Jahr-Kirchenjubiläum mit eingebracht, die von Samstag, 29. Juni, an im Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen gezeigt wird.

„Diese Ausstellung zeigt, dass Stadt und Kirche nicht nur bei der Kinderbetreuung eng kooperieren“, sagt Bürgermeister Alexander Ludwig. „Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet“, lobt der Bürgermeister das Engagement Elsässers, der auch im Theater- und Kulturverein Musberg und im Vorstand des Fördervereins für das Stadtmuseum aktiv ist.

Ein zäher Beginn

Wie viele Stunden Elsässer oder der Stadtarchivar Bernd Klagholz in die Vorbereitung der Ausstellung über die Kirchengeschichte investiert haben, ist nicht dokumentiert. Ganz einfach, erinnert sich Elsäßer, sei das Projekt aber nicht umzusetzen gewesen: „Es war ein zähes Anfangen.“ Dann aber hat’s doch noch geklingelt; Elsässer fasste die Geschichte der Kirchenglocken auf einer Thementafel zusammen. „Danach ist der Rest fast wie von allein gelaufen“, berichtet er.

Nun ist die Schau, die auch vom Landeskirchlichen Archiv unterstützt wird, in verschiedene Themenbereiche gegliedert, etwa zu den Kirchenglocken, zur Geschichte, die zur Gründung der ersten evangelischen Kirchengemeinde in Württemberg nach der Reformation führte, zu Pfarrern wie beispielsweise Fritz Langbein, die über den Ort hinaus Geschichte geschrieben haben oder zur besonderen Situation der Gemeinde während der Zeit des Dritten Reichs und zu den Zerstörungen durch zwei Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg (1942 und 1944).

Ein breites Spektrum

Gezeigt werden überwiegend Bilder und Faksimile von Dokumenten, auch zahlreiche Zeitungsausschnitte beschreiben Stationen der Kirchengeschichte. „Es gibt ja keine Reichtümer, die wir zeigen könnten“, sagt Stäbler beinahe entschuldigend zum Mangel an Artefakten. Archivar Klagholz weist auf das breite Spektrum hin, das diese Ausstellung, die bis Ende Oktober zu sehen sein wird, trotzdem abdeckt. Immer wieder werde dabei deutlich, „was Pfarrer insbesondere in Kriegszeiten leisten mussten“, sagt der promovierte Historiker.

Weil es so viele detailreich aufbereitete Themenbereiche bis hin zum Bau des aktuellen Gemeindehauses gibt, musste ein anderer ein wenig eingeschränkt werden: Es sind zwar die Namen aller 44 Musberger Pfarrer seit 1563 auf einer Tafel aufgelistet, „aber aus Platzgründen konnten wir uns nicht mit jedem ausführlich beschäftigen“, erklärt der Stadtarchivar die Entscheidung.

Alle sind mit im Boot

Klagholz ist froh darüber, dass „wir diese Kooperation in Musberg haben“. Er ist auch davon überzeugt, dass die Ausstellung im Stadtarchiv großen Zuspruch erfahren wird, „weil das Projekt in der Bevölkerung verankert ist“. Das bestätigen auch Pfarrer Rainer Müller und die Kirchengemeinderatsvorsitzende Annerose Schmidt. Sie freuen sich darüber, dass bei den am Samstag beginnenden Festwochen (die Filder-Zeitung berichtete) die Dorfgemeinschaft und alle Konfessionen mit im Boot sind.




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