Kirchheim Der Gescheiterte nimmt keinen zweiten Anlauf

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Matthias Strähle kandidiert nicht mehr für das Amt des Ortsvorstehers im Kirchheimer Stadtteil Jesingen. Nachdem er im Gemeinderat die erforderliche Mehrheit verpasst hatte, sieht er keinen Sinn darin, noch einmal anzutreten.

In der Stadt Kirchheim gibt es mehrere Stadtteile. Für den Teilort Jesingen wird ein Ortsvorsteher gesucht. Foto: Pascal Thiel
In der Stadt Kirchheim gibt es mehrere Stadtteile. Für den Teilort Jesingen wird ein Ortsvorsteher gesucht. Foto: Pascal Thiel

Kirchheim - Matthias Strähle, der eigentlich vom Ortschaftsrat Jesingen als neuer Ortsvorsteher des Kirchheimer Stadtteils auserkoren war, tritt bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 16. Dezember, nicht mehr zu einer erneuten Wahl an. Nachdem er bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums am 18. November mehrheitlich abgelehnt worden war (wir berichteten), entschied sich der 36-Jährige nun dafür, seine Kandidatur nicht aufrechtzuerhalten. Die Stelle soll erneut ausgeschrieben werden.

Zunächst hatte Strähle angekündigt, er wolle einen erneuten Anlauf unternehmen, wenn der Jesinger Ortschaftsrat „weiter hinter mir steht“. Doch das scheint nicht mehr der Fall zu sein, nachdem sich die Fraktionsvorsitzenden des Ortsgremiums mit ihren Kollegen vom Gemeinderat sowie der Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei einer Zusammenkunft über das weitere Vorgehen abgestimmt haben. Eine Übereinkunft sei die gewesen, Strähle nahezulegen, seine Bewerbung zurückzuziehen, sagt die Rathauschefin.

Ein Gespräch „auf Augenhöhe“

Bei dem Gespräch, das laut Angelika Matt-Heidecker „sachlich, konstruktiv und auf Augenhöhe“ geführt wurde, hätten sich die Vertreter von Ortschafts- und Gemeinderat gemeinsam um eine Lösung bemüht. Letztlich habe man sich darauf verständigt, die Stelle neu auszuschreiben. Zudem sei klar gestellt worden, dass die negative Abstimmung nicht das Ziel verfolgt habe, die Notwendigkeit eines hauptamtlichen Ortsvorstehers grundsätzlich in Frage zu stellen. Allein die Vorstellung Strähles im Gemeinderat sei nicht überzeugend gewesen, weshalb er es eben nicht geschafft habe, die erforderliche absolute Mehrheit der Gremiumsmitglieder von sich zu überzeugen.

Ralf Stolz, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Ortschaftsrat Jesingen, hat die Gesprächsatmosphäre ebenso empfunden wie die Oberbürgermeisterin. Bei der offiziellen Vorstellung habe sich Strähle seiner Meinung nach zwar „nicht schlecht verkauft“. Aber mit seinen Antworten auf Nachfragen aus dem Gremium sei eine Mehrheit der Stadträte wohl „nicht zufrieden gewesen“. Womit sich Strähle möglicherweise bei einer neuerlichen Wahl in der kommenden Sitzung eine weitere Abfuhr eingefangen hätte, befürchtet Ralf Stolz. Das habe man dem Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Laichingen (Alb-Donau-Kreis) und dem Gremium ersparen wollen.

Strähle zieht die Kandidatur zurück

Der Gescheiterte selbst empfindet es als „kurios“, nicht zu dem Gespräch eingeladen worden zu sein, „man hätte ja wenigstens mit mir reden können“. Dann hätte man eventuelle Unstimmigkeiten aus seiner Vorstellung ausräumen können. Zumal der Ortschaftsrat nur zwei Tage zuvor von ihm überzeugt gewesen sei. So aber habe ihm der Gemeinderat und stellvertretende Jesinger Ortsvorsteher Reinhold Ambacher (Freie Wähler) am Sonntag das Gesprächsergebnis telefonisch mitgeteilt. Weiter kämpfen mache da keinen Sinn mehr. Nun gehe es ihm nur noch darum, „meine Haut zu retten“. Deshalb ziehe er die Kandidatur zurück.

Nun soll der vakante Posten nochmals ausgeschrieben werden. Sollten sich qualifizierte Bewerber finden, wird die immerhin mit der Beamtenbesoldungsgruppe A 11 dotierte Stelle neu besetzt. Ansonsten müsse eine andere Lösung gefunden werden, erklärt Matt-Heidecker. Auf die Frage, ob dann beispielsweise angedacht sei, Verwaltungsaufgaben für den Teilort Jesingen vom Ortsvorsteher des Stadtteils Nabern übernehmen zu lassen, erklärt sie: „Das könnte eine Möglichkeit sein.“

Ungeachtet des Ergebnisses einer erneuten Ausschreibung werde in den kommenden vier Jahren eine Organisationsanalyse erstellt, um sich über die heutigen Anforderungen an Ortschaftsrat und -verwaltung klar zu werden. Denn die Voraussetzungen für die im Zuge der Gemeindereform erhobene Eingliederungsvereinbarung aus dem Jahr 1974 müssten überdacht und angepasst werden.




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