Kleinanzeigen Polizei warnt Verkäufer vor Paypal-Betrugsmasche

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Mit einem fiesen Trick kassieren Betrüger bei Onlineportalen wie Ebay-Kleinanzeigen ab. Die Polizei warnt vor einer Methode, bei der das Geld vermeintlich per Paypal überwiesen wird.

Mit gefälschten Paypal-Benachrichtigungen täuschen Betrüger ihre Opfer bei Kleinanzeigen. Foto: LKA Niedersachsen
Mit gefälschten Paypal-Benachrichtigungen täuschen Betrüger ihre Opfer bei Kleinanzeigen. Foto: LKA Niedersachsen

Stuttgart - Die Polizei warnt vor einer fiesen Masche bei Online-Kleinanzeigen. Trickbetrüger kassieren dabei von den Verkäufern ab, indem sie vorgeben, das Geld über den als sicher geltenden Online-Bezahldienst Paypal abzuwickeln. Verkäufer, die auf den Betrug hereinfallen, verlieren an die Kriminellen in der Regel mehrere Hundert Euro.

In den vergangenen Monaten sei der Betrug immer wieder vorgekommen, heißt es in einer Mitteilung des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen. „Leider sind die Chancen, das Geld wiederzubekommen, gering“, heißt es in der Warnmeldung. Auch spielt es demnach keine Rolle, um welches Produkt es sich handelt. Es könne eine Gitarre, eine Couch, eine Uhr und ein Auto angeboten werden.

Der Betrug funktioniert so: Die Täter schreiben den Verkäufer an und heucheln Interesse an einem angebotenen Produkt. Dann fordern sie die E-Mail-Adresse, um vermeintlich das Geld mit Paypal zu überweisen. Bis dahin ist das alles durchaus üblich. Doch dann schicken die Betrüger eine E-Mail mit gefälschter Paypal-Signatur an den Verkäufer, die den Eindruck vermitteln soll, das Geld sei auf dem Konto eingegangen.

Masche auch der Polizei im Südwesten bekannt

Die Summe fällt dabei deutlich höher aus als vom Verkäufer gefordert. Meist liegt der Betrag mehrere Hundert Euro darüber. Diesen Überschuss soll der Verkäufer an eine Reederei überweisen – dieses Mal ohne Paypal. Der Trickbetrüger gibt nämlich an, im Ausland zu arbeiten, beispielsweise als Archäologe. Per Schiff soll das Produkt dorthin transportiert werden. Diese Reederei gibt es aber natürlich nicht. Das Geld landet auf dem Konto der Betrüger.

Die Masche sei auch bei der Polizei im Südwesten bekannt, teilt Andreas Krombacher, Sprecher des LKA Baden-Württemberg, auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Es handelt sich bei diesen Taten um Fälle des Warenkreditbetrugs“, sagt Krombacher. Die Anzahl der Fälle des Warenbetrugs seien im vergangenen Jahr im Land um 2,5 Prozent auf 11.495 Fälle angestiegen.

Wer auf die Masche hereingefallen ist, dem empfiehlt das LKA, eine Anzeige bei der örtlichen Polizei zu erstatten. Dorthin solle man sämtliche Unterlagen mitbringen – zum Beispiel E-Mails und Überweisungsbelege.

Diese Merkmale deuten auf Betrüger hin:

• Die Täter benutzen häufig Textbausteine, die selten konkret auf das angebotene Produkt eingehen.

• Die Texte sind oft mit Software übersetzt, was dazu führt, dass sperrige Begriffe wie „Schifffahrtsgesellschaft“ auftauchen oder „Payment Policy“ wörtlich mit „Zahlung Politik“ anstatt mit „Zahlungsbedingungen“ übersetzt wird.

• Die Täter geben in der Regel an, dass sie im Ausland wohnen oder arbeiten. In einigen Fällen sollen auch Verwandte im Ausland beschenkt werden.

• Der vermeintlich überwiesene Betrag ist deutlich höher als der geforderte Preis für das angebotene Produkt.

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