Das niederländische Königspaar kommt am Dienstag in die Stadt. Vor dem Neuen Schloss kann man beiden mit oder ohne orangefarbenen Fähnchen zujubeln. Die Königin kann man dann noch in Hohenheim bei einem Besuch der Universität winken sehen.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Stuttgart - Da die Wetteraussichten auch für die kommende Woche nicht gerade blendend sind, wird der Verzicht aus Sicherheitsgründen sicher nicht allzu schmerzlich sein: Einen Nachmittag lang dürfen die Hohenheimer Studenten nicht zwischen den Vorlesungen auf ihrer geliebten Liegewiese vor dem Schloss entspannen. Sie räumen am Dienstag das Feld zu Gunsten der Königin Máxima aus den Niederlanden, die im Rahmen ihres Baden-Württemberg-Besuchs an die Uni kommt.

„Die Polizei will, dass die Wiese frei ist und die Gäste und Studenten hinter der Steinbalustrade in gut 20 bis 30 Meter Entfernung stehen“, erläutert Florian Klebs, der Pressesprecher der Universität, die Räumung des Grüns.

Vier Stationen besucht das Königspaar aus dem Nachbarland

Die Hochschule ist eine der vier Stationen des frisch gekrönten Königspaars Willem-Alexander und Máxima in der Landeshauptstadt und der Umgebung. Gemeinsam wird der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sie im Neuen Schloss empfangen. Danach trennen sich ihre Wege. Während der König die Lasertechnikfirma Trumpf in Ditzingen (Landkreis Ludwigsburg) besucht, fährt die Gattin an die Universität nach Hohenheim. Auf dem Campus sind die Sonnenhungrigen dabei nicht die Einzigen, die Platz machen müssen.

„Im Verwaltungstrakt rund um die Prunkräume des Schlosses müssen wir unsere Büros räumen“, sagt Klebs. Davon sind unter anderem der Rektor und die Kanzlerin betroffen. Bevor der Hochadel in die Räume einzieht, bekommt die Uni noch vierbeinigen Besuch. „Sprengstoffhunde durchsuchen die Zimmer“, sagt Jens Lauer, Pressesprecher der Stuttgarter Polizei. Fünf Tiere werden das Schloss inspizieren. Die Hundestaffel wird auch das Hotel, in dem die Monarchen mit der sie begleitenden Wirtschaftsdelegation nächtigen werden, sowie das Mercedes-Benz-Museum durchsuchen. Im Museum sind Máxima und Willem-Alexander am Abend zu Gast, erst zur Besichtigung, dann zum Dinner.

Wer kommt, kriegt auch was zu sehen

In Ditzingen bei Trumpf kommen die Spürnasen nur zum Einsatz, „wenn es einen Anlass dazu gibt, sprich irgendwo ein verdächtiger Gegenstand steht“, sagt der Ludwigsburger Polizeisprecher Peter Widenhorn. Auf dem Betriebsgelände decke der Werksschutz der Lasertechnikfirma die meisten Sicherheitsfragen ab, das Ditzinger Revier habe sich mit den Mitarbeitern eng abgestimmt. „Wir übernehmen vor allem den Außenschutz.“

In Ditzingen und in Stuttgart liegt das Hauptaugenmerk der Polizei auf der Verkehrsregelung. Von den 100 Polizisten, die in der Landeshauptstadt für den Besuch abgestellt sind, kommen knapp 70 von der Verkehrspolizei. Deren Chef Roland Haider leitet folglich auch den Einsatz am kommenden Dienstag. „Wir wollen die Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich halten“, verspricht die Polizei.

Die Motorradstaffel der Stuttgarter Polizei eskortiert den König

Rund 30 Polizisten tun zusätzlich zu Beamten der Stuttgarter Verkehrspolizei auf dem Schlossplatz Dienst, wenn der Tross dort ankommt. „Wir haben keine besondere Gefährdungslage“, betont der Polizeisprecher Jens Lauer. Das Polizeiaufgebot entspreche dem, was auch bei einer größeren Demonstration an Einsatzkräften angefordert werde. „Vor allem müssen die Kollegen dafür sorgen, dass die Wagenkolonne überall gut und zügig durchkommt – dazu werden dann auch einige Kreuzungen gesperrt sein, aber immer nur für wenige Minuten“, sagt Lauer.

Wer dann warten muss, bekommt immerhin etwas zu sehen: Das Protokoll schreibt für einen so hohen Besucher wie den König Willem-Alexander der Niederlande eine Eskorte mit sieben Polizeimotorrädern vor, die dem Wagen des Monarchen voranfahren – und vorneweg ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht. Die Königin Máxima bekommt für ihren Abstecher auf die Filder nur ein Spitzen- und ein Schlussfahrzeug. Diese Autos dürfen direkt vor das Hohenheimer Schloss fahren. Doch kommt eine königliche Delegation selten allein: „Wir erwarten auch jede Menge Medienvertreter“, sagt der Pressesprecher Klebs. Womit klar wäre, dass doch eine Gefahr besteht, wenn die Königin im Schloss weilt: Die Parkplätze in Hohenheim könnten knapp werden.