Kommentar zu den US-Vorwahlen Annäherung unter den Alpha-Tieren

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Die US-Republikaner fremdeln noch immer mit Donald Trump. Der Milliardär wird aber wohl ihr Kandidat fürs Präsidentenamt. Nach einem Treffen der Parteispitze stehen die Zeichen nun auf Harmonie.

Trump will als Präsident die USA wieder „groß“ machen. Doch selbst die eigene Partei hat ihre Probleme mit dem Immobilienmilliardär. Foto: AP
Trump will als Präsident die USA wieder „groß“ machen. Doch selbst die eigene Partei hat ihre Probleme mit dem Immobilienmilliardär. Foto: AP

Stuttgart - Die US-Republikaner hadern mit ihrem politischen Schicksal. Noch immer kann sich die Partei nicht wirklich damit anfreunden, dass ihr nächsten Kandidat für die Präsidentschaft Donald Trump heißen wird. Doch die Führung der Republikaner erkennt, dass es höchste Zeit ist, die Reihen zu schließen und sich auf den bevorstehenden Wahlkampf vorzubereiten. In diese Richtung weist ein Treffen der Spitzenvertreter der Republikaner in Washington.

Noch vor wenigen Tagen hatte sich Paul Ryan, der mächtige Vorsitzende des Repräsentantenhauses, geweigert, Donald Trump seine Unterstützung zuzusichern. Nun aber, nach seinem 45-minütigen Gespräch mit dem Populisten, waren von Ryan ganz andere Töne zu hören.

Er sei „sehr ermutigt“, sagte Ryan. Er erwarte, dass die Meinungsverschiedenheiten überbrückt werden könnten. Und er beschrieb den Quereinsteiger aus dem Big Business gar als „warmherzigen und aufrichtigen“ Menschen - erstaunliches Lob für einen Kandidaten, der Kübel voller Häme über seine innerparteilichen Gegner ausgeschüttet und mit seiner Kampagne schwere Flurschäden in der Partei angerichtet hat.

Viele im Partei-Apparat verstört

Mit der Aussicht auf das höchste Amt im Staate schlägt aber auch der Immobilienmilliardär neue Töne an. So sagte er kurz vor dem Treffen in einem Interview, dass sein provokantes Plädoyer für ein generelles Einreiseverbot für Muslime „bloß ein Vorschlag“ gewesen sei. Mit dieser Forderung hatte Trump viele im Partei-Apparat verstört - darunter auch Ryan, der die Republikaner reformieren und attraktiver für Minderheiten machen will.

Die große Freundschaft ist zwischen den beiden Männern allerdings nicht ausgebrochen. In einer gemeinsamen schriftlichen Erklärung hoben Trump und Ryan hervor, dass sie bei vielen wichtigen Themen eine „gemeinsame Basis“ hätten. Einen symbolträchtigen gemeinsamen Auftritt vor den Kameras gab es nicht. Zudem lässt Ryan weiterhin offen, ob er dem Kandidaten letztlich seine formelle Unterstützung aussprechen wird.