Krankenhäuser in Stuttgart Zahl der Covid-Patienten steigt, das Alter sinkt

Die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen wächst auch in Stuttgart wieder. Foto: dpa/Antonio Calanni
Die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen wächst auch in Stuttgart wieder. Foto: dpa/Antonio Calanni

Die Stuttgarter Krankenhäuser verzeichnen fast durchweg wieder einen Anstieg der Covid-Fälle. Viele Betroffene sind nicht hochaltrig, sondern erst um die 50 Jahre alt. Und in aller Regel: ungeimpft.

Lokales: Mathias Bury (ury)
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Stuttgart - Auch die Krankenhäuser in Stuttgart haben in den vergangenen Tagen wieder einen Anstieg an Covid-Patienten verzeichnet. Diese sind zum Teil erst um die 50 Jahre alt und in aller Regel ungeimpft.

Im Klinikum der Stadt hat man vorige Woche 20 Covid-Patienten behandelt, inzwischen sind es 29, zwölf liegen auf der Intensivstation, elf werden invasiv beatmet. „Lediglich ein Intensivpatient ist älter als 70, alle anderen teilweise deutlich jünger“, sagt Pressesprecher Stefan Möbius. „Nach wie vor treten schwere Verläufe fast ausschließlich bei ungeimpften Personen auf.“ Das Normalprogramm sei aber dennoch „kaum eingeschränkt“, erklärt Möbius.

Covid trifft auf Fachkräftemangel in OPs

Ähnlich ist die Entwicklung im Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK). Vor einer Woche lagen dort rund 20 Covid-Patienten, nun seien es 29, zehn befinden sich auf der Intensivstation, sechs müssen beatmet werden, sagt der medizinische Geschäftsführer Marc Dominik Alscher. „Das ist nicht dramatisch, geht aber in die falsche Richtung.“ Die ersten Diskussionen über die Verschiebung planbarer Eingriffe gebe es schon. Die jetzige Zahl an Covid-Patienten sei nicht gering angesichts auch sonst hoher Auslastung der Intensivstationen und des Fachkräftemangels, der in allen Häusern zur Folge habe, dass einzelne OPs geschlossen seien. Überdies sei neben steigenden Covid-Fällen mit weiteren Patienten zu rechnen, die in der kalten Jahreszeit an anderen Infektionen leiden.

Auch im Marienhospital ist die Zahl der Covid-Patienten gestiegen, von jeweils zwei auf der Normal- und der Intensivstation auf nun jeweils vier, von denen drei beatmet werden. Das Durchschnittsalter der Intensivpatienten liege bei „etwa 50 Jahren“, sagt Monika Kellerer, die Leiterin der internistischen Intensivstation im Marienhospital.

Appell an Bürger: das Impfen schützt

Geringfügig gestiegen ist die Zahl der Covid-Patienten in den vier Stuttgarter Sana-Kliniken, von neun Patienten in der vorigen Woche (drei auf der Intensivstation) auf zehn (ebenfalls drei auf Intensiv, zwei werden beatmet). Es gebe aber „keine Einschränkung des Normalprogramms“, sagt Martin Hetzel, der Ärztliche Direktor des Krankenhauses vom Roten Kreuz. Im Diakonie-Klinikum sind es sogar weniger Covid-Patienten als vorige Woche, als zwei Personen auf der Normalstation und eine auf der Intensivstation lagen. Jetzt seien es zwei Patienten auf der Normalstation, sagt der leitende Ärztliche Direktor Frank Werdin.

Alle Befragten betonen: Die Menschen sollten sich impfen lassen, die Impfung schütze vor schweren Krankheitsverläufen. Bei der wachsenden Zahl von positiven PCR-Tests seien zu einem großen Teil „Ungeimpfte im mittleren Lebensalter“ betroffen, sagt Matthias Orth, der Laborleiter des Marienhospitals.




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