Kreis Böblingen Weniger Veranstaltungen wegen des Virus

Von red 

Manche Kommunen folgen dem Beispiel des Böblinger Landratsamtes, andere bleiben dagegen entspannt.

Der Biathlon-Weltcup findet vor leeren Rängen statt. Im Kreis Böblingen werden dagegen viele Veranstaltungen gleich ganz abgesagt. Foto: dpa/Petr David Josek
Der Biathlon-Weltcup findet vor leeren Rängen statt. Im Kreis Böblingen werden dagegen viele Veranstaltungen gleich ganz abgesagt. Foto: dpa/Petr David Josek

Kreis Böblingen - Eigentlich wollte der Landkreis Böblingen als Veranstalter zweier Messen nur „zum Schutz der Ausstellenden und der Messebesuchenden“ handeln. Doch die Absagen wegen des Coronavirus hatten Folgen. Die Stadt Sindelfingen nahm sich ein Beispiel an der Kreisbehörde und ließ unter anderem einen Bürgerinfoabend ausfallen. Auch Leonberg orientiert sich an der Vorgehensweise und verzichtet auf die Sportlerehrung in der kommenden Woche. In Weil der Stadt fällt das Repair-Café aus.

Landratsamt sagt ab 50 Personen ab

„Zur Vermeidung einer Ausbreitung des Coronavirus, dem Schutz der Bevölkerung und Mitarbeitenden“ sagte die Kreisbehörde Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern im März ab. Neben einigen Absagen von Veranstaltungen beschränkte auch Sindelfingen die Zahl der Zuschauer bei Kulturaufführungen auf 50. „Angesichts der Handlungsweise des Landkreises als zuständiger Behörde für den Infektionsschutz folgen wir dieser Linie“, teilte die Stadt mit. Die Kreissparkasse Böblingen zog ebenfalls nach und strich alle von ihr ausgerichteten Veranstaltungen im März – mit Verweis auf das Landratsamt.

Böblingen lässt Teilnehmer erfassen

Etwas gelassener geht die Böblinger Verwaltungsspitze mit der Situation um. „Wir beobachten die Lage täglich“, sagt Pressesprecher Gianluca Biela, „aber wir sagen – Stand jetzt – unsere städtischen Veranstaltungen nicht ab und planen auch keine Anordnungen in diese Richtung.“ Herrenberg bleibt ebenfalls entspannt: Die Stadt sehe aktuell keinen Grund, öffentliche Veranstaltungen wegen des Coronavirus abzusagen, teilt sie mit. Die Veranstalter werden aber verpflichtet, alle Teilnehmenden namentlich zu erfassen. „Wir werden natürlich sofort reagieren, sollte sich die Situation verändern“, sagt Oberbürgermeister Thomas Sprißler. Die Stadt hat einen Krisenstab eingerichtet, der in enger Abstimmung mit dem Landkreis und den Landesbehörden steht.

Steinenbronn reagiert

In Steinenbronn, wo der bislang einzige Corona-Fall im Kreis Böblingen registriert wurde, geht der Bürgermeister Johann Singer auf Nummer sicher: Alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern im Gemeindegebiet sind verboten. „Wir machen das nicht gern, wollen damit aber die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen“, sagte der Bürgermeister.

Leonberg macht keine Auflagen

Außer der Sportlerehrung sind in Leonberg bislang keine Großveranstaltungen abgesagt oder Beschränkungen auferlegt worden. „Wir prüfen das bei eigenen Veranstaltungen im Einzelfall“, erklärt Pressesprecher Tom Kleinfeld. Der Klinikverbund Südwest hatte Termine in seinen Häusern vorerst abgesetzt. Die medizinischen Kräfte würden jetzt anderweitig gebraucht – nicht nur wegen des Corona-, sondern vor allem wegen des Influenza-Virus, also der Grippe.