Kreisjägerversammlung in Leonberg Jäger fürchten Afrikanische Schweinepest

Von Jana Stäbener 

Ruhezeit ist aufgehoben – das freut die Kreisjäger.

Musik aus Jagdhörnern gehört natürlich auch dazu. Foto: Jana Stäbener
Musik aus Jagdhörnern gehört natürlich auch dazu. Foto: Jana Stäbener

Weil der Stadt - Wenn die Merklinger Festhalle in sattem Tannengrün erstrahlt, dann ist es wieder soweit: Die Kreisjägervereinigung Leonberg trifft sich zur Mitgliederversammlung. Der Bürgermeister von Weil der Stadt, Thilo Schreiber, bedankt sich bei Kreisjägermeister Sigloch für seine zuverlässige Arbeit und wünscht den Jägern ein erfolgreiches Jagdjahr 2018.

Doch dieses Jahr steht bisher unter keinem guten Stern. Vor allem die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt die Jäger vor Herausforderungen. Die Viruserkrankung stammt ursprünglich aus Afrika und sei über den Menschen in die EU gelangt, vermutet Wilhelm Hornauer vom Veterinärdienst Böblingen. Seit dem 6. März hat die Zahl der Erreger in Tschechien und Polen massiv zugenommen. Nun fürchten vor allem Landwirte, dass die Seuche auch in Baden-Württemberg ausbricht. Für den Menschen ist die Seuche völlig unbedenklich – für Schweine jedoch tödlich. Bei der Verarbeitung von infiziertem Fleisch entstehen Abfälle, die von anderen Tieren gefressen werden: der Virus überträgt sich. „Die Bejagung von Schwarzwild und deren Intensität hat keinen Einfluss darauf, ob die Seuche bei uns ausbricht oder nicht.“, sagt Bodo Sigloch. Dennoch wolle die Kreisjägervereinigung nun vermehrt Schwarzwild abschießen, um einer Verbreitung entgegenzuwirken.

Land hat einen Zwölf-Punkte-Plan

Diese Maßnahme unterstützt auch Sabine Kurtz von der CDU. Sie plädiert dafür, den Zwölf-Punkte-Plan des Landwirtschaftsministeriums in die Tat umzusetzen. Zu diesem Plan gehört eine Reduktion der Population ebenso, wie das Schweinepest-Monitoring mithilfe von Tupferproben oder die Einrichtung von Verwahrstellen für Kadaver.

Bernd Murschel von den Grünen hat „Zweifel, ob man da jetzt so aufgeregt sein sollte“. Die Seuche bahne sich ja schließlich schon seit einigen Jahren ihren Weg nach Europa. Murschel spricht sich vor allem für Hygieneregelungen aus, die verhindern sollen, dass der Erreger vom Schwarzwild auf Nutztiere übergeht. Dass das Land die Jagdruhezeit diesen März und April aufhebt, sieht er kritisch. „Wenn die Leonberger Jäger in Zukunft wie Obelix immer mit zwei Wildschweinen unter dem Arm aus dem Wald kommen – ich weiß nicht, was ich davon halten soll“, scherzt der Politiker.

Bodo Sigloch weiß genau, was er davon hält: „Der Tierschutz steht immer noch an höchster Stelle. Es geht um eine Bestandsreduktion mit jagdlichen Mitteln und nicht um Schädlingsbekämpfung – denn wir sind und bleiben Jäger“, erklärt er und motiviert seine Kollegen dazu, die Aufhebung der Jagdruhezeit gebührend zu nutzen.




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