Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen Sparkasse ist fünf Meter vor dem Zieleinlauf

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Die Bank bündelt ihre Filialen und schickt eine Menge Mitarbeiter mit Umzugskartons auf die Reise.

Viel fehlt nicht mehr: Bereits am 25. Juni soll die umgebaute Hauptstelle der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen in Betrieb gehen Foto: Horst Rudel
Viel fehlt nicht mehr: Bereits am 25. Juni soll die umgebaute Hauptstelle der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen in Betrieb gehen Foto: Horst Rudel

Esslingen - Nicht nur Ulrich Unger, der Pressesprecher der Kreissparkasse, hat die Koffer gepackt: Etwa 240 Mitarbeiter ziehen dieser Tage in die teilweise neu gebaute Hauptstelle der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Damit steht ein weitläufiger Umbau der Sparkassen-Immobilien vor dem Abschluss, der zwei Jahre lang gedauert hat und der rund 70 Millionen Euro kosten wird.

Damit löst die Kreissparkasse mit einem Schlag ihre Platzprobleme und macht aus fünf Standorten, die in der Esslinger Innenstadt verstreut sind, zwei klar getrennte: Im Haus an der Vogelsangbrücke werden die Verwaltung und die Technik sitzen, in der Hauptstelle in der Bahnhofstraße arbeiten alle Abteilungen, die mit Kunden zu tun haben, damit natürlich auch der Vorstand und die Pressestelle.

Denn so ganz zufrieden waren die Geschäftsleute mit der alten Hauptstelle in der Bahnhofstraße nie. Das lag daran, dass das Gebäude aus dem Jahr 1974 als Einkaufszentrum konzipiert worden war, und nicht als Bank. Als dem Investor damals die Luft sowie das Geld ausging, erwarb die Kreissparkasse den Rohbau in der Bahnhofstraße und errichtete dort ihre Hauptstelle, in der die Mitarbeiter klaglos 44 Jahre lang ihre Geld- und Immobiliengeschäfte abwickelten. Mit dem Aufschwung der Region Stuttgart, insbesondere des Mittleren Neckarraums, wuchs die Kreissparkasse und wurde ein Unternehmen, das an ein Geschäftsvolumen von rund neun Milliarden Euro stieß.

Die alte Hauptstelle sollte einmal ein Einkaufszentrum werden

Immer mehr Abteilungen passten nicht mehr in die Hauptstelle in der Bahnhofstraße und mussten in der Innenstadt verteilt werden. So fanden sich verschiedene Abteilungen im Fleischmann-Haus in der Bahnhofstraße, im Württemberger Haus am Busbahnhof und im Brogle-Haus am Kronenhof wieder. Und zeitgemäß war das Gebäude nach 44 Jahren auch nicht mehr.

Das Haus an der Vogelsangbrücke stand unterdessen länger zur Disposition, weil die Stadtverwaltung in mehreren Anläufen versucht hatte, das Kulturzentrum Dieselstraße dort unterzubringen. Nachdem das gescheitert war, konnte auch die Kreissparkasse daran gehen, ihre Liegenschaften umzubauen. Sie ließ das Haus an der Vogelsangbrücke abreißen und als Technikgebäude neu bauen und sie erwarb die Gaststätte Falken, die direkt neben der Hauptstelle in der Bahnhofstraße liegt. Zunächst sollte der Falken abgerissen werden, doch rechnete das Geldinstitut nicht mit den Esslinger Beharrungskräften. Verschiedene Akteure traten auf den Plan, die den geschichtsträchtigen Bau retten wollten, und die Kreissparkasse ließ sich überzeugen. Sie erhielt das Gebäude, das im Kern aus dem 18. Jahrhundert ist, aber in seiner jetzigen durchaus auch stadtbildprägenden Fassade aus dem 19. Jahrhundert stammt. Bei der Erhaltung des Falken waren dann allerdings die Spezialisten gefragt, die das ganze Fachwerkskelett um 15 Zentimeter anheben mussten.

Im Falken wird die Immobilienabteilung sitzen

Nun ist die Kreissparkasse in der Zielgeraden. Würde man den Umbau mit einem 100 Meter-Lauf vergleichen, dann „sind wir auf den letzten fünf Metern“, sagt Ulrich Unger. Wenn die Ausweichquartiere geräumt sind, werden etwa 340 Mitarbeiter im Haus an der Vogelsangbrücke ihren Dienst tun und 380 Mitarbeiter in der Hauptstelle in der Bahnhofstraße. Im Falken wird die Immobilienabteilung sitzen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass es ein durchaus repräsentatives Gebäude geworden ist, sondern auch damit, dass die alten Balken nicht jede Art von Nutzung vertragen. Insbesondere für Tresore hätte die Tragkraft nicht ausgereicht.




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