Kritik am Regionalverkehrsplan Ostfildern fordert Stadtbahntunnel

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Einige der im Regionalverkehrsplan angedachten Maßnahmen für den Schienen- und Straßenverkehr stoßen in der Ostfilderner Verwaltung und im Gemeinderat auf Kritik. Sie fordern für die Stadtbahnverlängerung nach Esslingen einen Tunnel für Nellingen.

In der Ludwig-Jahn-Straße in Nellingen soll die Stadtbahn nach dem Willen der Ostfilderner Verwaltung auf keinen Fall oberirdisch verkehren. Foto: dpa
In der Ludwig-Jahn-Straße in Nellingen soll die Stadtbahn nach dem Willen der Ostfilderner Verwaltung auf keinen Fall oberirdisch verkehren. Foto: dpa

Ostfildern - Was der Verband Region Stuttgart zum Ausbau der regionalen Verkehrsachsen auf der Gemarkung Ostfilderns vor hat, stößt in den lokalen Entscheidungsgremien nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde an einigen der im Rahmen der Fortschreibung des Regionalverkehrsplans (RVP) angedachten Maßnahmen Kritik geübt. So lehnen die Stadtverwaltung und ein Großteil des Gremiums beispielsweise das Vorhaben ab, bei einer Verlängerung der Stadtbahn U 7 von Nellingen nach Esslingen auf eine Untertunnelung des Ostfilderner Stadtteils zu verzichten. Eine oberirdische Trasse durch die Ludwig-Jahn-Straße sei für die Anwohner nicht zumutbar – auch nicht angesichts der hohen Kosten für einen Tunnel.

„Höchste Dringlichkeit“ gefordert

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen hält dagegen nichts von der kategorischen Forderung einer Untertunnelung für die Linie U 7 in Nellingen. Keine Möglichkeit zur Verbesserung der Verkehrsverbindung nach Esslingen sollte von „vorneherein ausgeschlossen“ werden, mahnte der Grünen-Stadtrat Jürgen Kleih.

Die Verwaltung und die Mitglieder des Gemeinderats sind zudem nicht damit zufrieden, dass der RVP drei mögliche Trassenführungen für einen S-Bahn-Ringschluss von Neuhausen auf die Neckarbahn nach Wendlingen schon jetzt in die Kategorie „nicht weiterverfolgen“ einstuft. Stattdessen schlage der Verkehrsplan vorschnell vor, die S-Bahn auf die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm zu führen. Wie berichtet, haben der Landkreis Esslingen und die betroffenen Kommunen in Abstimmung mit dem Verband Region eine Untersuchung des Ringschlusses in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse lägen noch nicht vor. Deshalb sei die Einschätzung im RVP zum jetzigen Stand der Planungen „nicht akzeptabel“. Mit großer Mehrheit stimmte der Gemeinderat der in einer Stellungnahme zum RVP formulierten Forderung der Stadtverwaltung zu, die drei im RVP als nicht weiter zu verfolgende Trassenführungen unter der Maxime „höchste Dringlichkeit“ in die Maßnahmenliste des Verbands Region Stuttgart aufzunehmen.

Grüne sehen Filderaufstieg kritisch

„Grundsätzlich begrüßt“ die Stadtverwaltung das Ansinnen, eine direkte Verkehrsverbindung zwischen der Bundesstraße 10 im Neckartal und der Autobahn 8 auf den Fildern (Filderaufstieg) zu schaffen. Allerdings sollte diese nicht – wie im RVP vorgeschlagen – in einem Tunnel unter dem Stadtteil Kemnat hindurch, sondern westlich von diesem geführt werden. Auch hier sind die Grünen im Gegensatz zum Großteil der Räte anderer Meinung. Egal, welche Verbindungsmöglichkeit zwischen der Bundesstraße und der Autobahn gewählt werde – sie würde „beim Kampf gegen Staus und Feinstaub nicht weiterhelfen“, monierte Jürgen Kleih. Er befürchte zudem, dass „noch viel mehr Verkehr nach Ostfildern geschaufelt“ würde.

 




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