Einfache Anleitung Kühlschrank reinigen in 5 Schritten

Von Lukas Böhl  

Der Kühlschrank gehört nach der Toilette wohl zu den unangenehmsten Aufgaben auf dem Putzplan. Da wir dort aber unsere Lebensmittel lagern, sollten wir die Hygiene ernst nehmen.

Mit dieser Anleitung glänzt Ihr Kühlschrank wieder. Foto:  shutterstock / Andrew Rafalsky
Mit dieser Anleitung glänzt Ihr Kühlschrank wieder. Foto: shutterstock / Andrew Rafalsky

Reinigen Sie den Kühlschrank regelmäßig, um die Bildung von Bakterien und Schimmel zu verhindern.

Mit dieser Anleitung geht Ihnen das Putzen ganz leicht von der Hand.

1. Vorbereitung

Benötigte Utensilien:

  • Putzeimer
  • 2 Putzlappen (feucht und trocken)
  • Allzweckreiniger oder selbstgemachter Reiniger
  • Abfalltüten

Optional:

  • Gummihandschuhe
  • Zahnbürste
  • Weicher Schwamm

Chemischer Reiniger oder Hausmittel?

Das Versprechen „Entfernt 99,99 % der Bakterien“, das wir auf vielen chemischen Reinigern lesen können, gibt uns zunächst ein Gefühl der Sicherheit. Die Bakterien in unserem Kühlschrank sollen sterben und sich nicht auf unserer Nahrung ausbreiten.

Allerdings vergessen wir dabei oft, dass genau die Stoffe, die die Bakterien töten, auch für uns schädlich sein können. Insbesondere wenn sie mit Lebensmitteln in Berührung kommen und dadurch in unserem Verdauungstrakt landen. Aus diesem Grund sollten Sie bei solchen Reinigern immer gut mit klarem Wasser nachwischen, um die Reste rückstandslos zu entfernen. Nach dem Reinigen gut abtrocknen, bevor Sie wieder Lebensmittel hineinlegen.

Unbedenklicher sind Reiniger mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Essig oder Zitronensäure. Diese lassen sich auch ganz einfach selbst herstellen.

Rezept für selbst gemachtes Reinigungsmittel:

1 Teil Wasser + 1 Teil Essig oder Zitronensäure

Zusätzlich können Sie noch etwas Natron dazu mischen.

Tipp: Die beste Zeit, um den Kühlschrank zu reinigen, ist gegen Ende der Woche, wenn die Vorräte aufgebraucht sind und er möglichst leer ist. Im Winter lassen sich zudem die Lebensmittel im Freien lagern.

Stecker ziehen oder nicht?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Kühlschrank während der Reinigung vom Strom zu trennen. Lebensmittel, deren Kühlkette nicht unterbrochen werden darf, bewahren Sie in der Zwischenzeit am besten in einer Kühlbox, Tüte oder bei jemand anderem im Kühlschrank auf. Fragen Sie zur Not Ihren Nachbarn. Haben Sie allerdings keine Möglichkeit, die Lebensmittel anderweitig zu kühlen und müssen ihn angesteckt lassen, räumen Sie diese zum Putzen von Fach zu Fach.

2. Ausräumen

Nur wenn der Kühlschrank leer ist, lässt er sich optimal reinigen. Nehmen Sie daher alle Lebensmittel, Fächer und sonstigen Halterungen heraus. Abgelaufene und verschimmelte Lebensmittel wandern direkt in die Müllsäcke, sie sind mit ein Grund, weshalb Sie den Kühlschrank überhaupt reinigen müssen. Solche, die kurz vor Erreichen ihres Verfallsdatums stehen, merken Sie für den zeitnahen Verzehr vor.

Die losen Teile reinigen Sie nun von Hand in der Spüle oder geben sie in die Spülmaschine, wenn es Größe und Material zulassen. Denken Sie in diesem Zuge auch daran, das Gefrierfach abzutauen. Entweder Sie lassen dazu die Tür offenstehen oder Sie beschleunigen den Prozess, indem Sie eine Schüssel mit heißem Wasser hineinstellen.

Wozu ist das Abtauen gut?

Das Eis im Kühlschrank bildet eine Barriere zwischen den Lebensmitteln und der Kühlwand. Um diese Barriere zu überwinden, muss der Kühlschrank mehr Energie aufwenden als üblich, um effizient zu kühlen. Das Abtauen spart also Strom.

3. Gründlich putzen

Nun, da der Kühlschrank leer ist, geht es an die eigentliche Reinigung. Wischen Sie alle Flächen gründlich ab. Vergessen Sie nicht, auch das Innere der Tür abzuwischen. Für hartnäckige Verschmutzungen rühren Sie aus Backpulver und etwas Wasser eine Reinigungspaste an.

Ecken und andere schwer erreichbare Stellen im Kühlschrank reinigen Sie am besten mit einer Zahnbürste, wohingegen das Ablaufloch für das Wasser mit einem Wattestäbchen besser zu erreichen ist. Geben Sie Essig darauf, um es zu desinfizieren und von Keimen zu befreien.

Legen Sie ein besonderes Augenmerk auf die Dichtungen des Kühlschranks, hier setzt sich gerne Schimmel an. Zum Schluss sollte der Kühlschrank einige Zeit auslüften. Nicht nur, um Gerüche zu vertreiben, sondern auch um zu trocknen.

Tipp: Verwenden Sie keine fusselnden Lappen oder Schwämme, die den Innenraum zerkratzen. In solchen Rillen fühlen sich Keime besonders wohl.

Wenn der Kühlschrank riecht: Gerüche entfernen

Manche Lebensmittel hinterlassen einen so starken Geruch, dass er selbst nach dem Reinigen noch in der Luft hängt. Um die unangenehmen Düfte aus dem Kühlschrank zu entfernen, helfen einige Hausmittel:

  1. Stellen Sie eine Schale mit Kaffeepulver in den ausgeschalteten Kühlschrank und lassen Sie diese über Nacht ziehen.
  2. Geben Sie Salz in eine ausgehöhlte Zitronenschale und legen sie in den Kühlschrank.
  3. Erhitzen Sie ein wenig Vanillinzucker in einer Pfanne und stellen Sie ihn in einer Schale in den Kühlschrank, bis der störende Geruch verschwunden ist.
  4. Auch Metallseife kann helfen. Legen Sie diese in ein Schälchen mit so viel Wasser, dass gerade noch ein Teil Kontakt zur Luft hat. Die Metallseife bindet nun die üblen Gerüche. Bei lang anhaltender Anwendung sollte das Wasser regelmäßig getauscht werden.

Kühlschrank stinkt nach dem Putzen immer noch

Auch die Ablaufrinne oder hartnäckiger Schmutz kann für den Geruch verantwortlich sein. Wie weiter oben bereits erwähnt, sollten Sie die Ablaufrinne mit einem Wattestäbchen oder Pfeifenreiniger reinigen und desinfizieren. Manchmal ist auch die Ablaufschale für den Geruch im Kühlschrank verantwortlich. Um an diese heranzukommen, müssen Sie das Gerät in den meisten Fällen umdrehen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung ist hilfreich, um den genauen Standort auszumachen. Nicht zu vernachlässigen sind die Abdichtungen. Hier bildet sich in den schmalen Rillen oftmals Schimmel. Zum Reinigen nehmen Sie diese heraus, wenn es geht oder putzen Sie mithilfe von Desinfektionsmittel und einer sehr dünnen Bürste.

4. Einräumen

Nachdem der Kühlschrank nun wieder glänzt, folgt das Zurückräumen der Lebensmittel. Gehen Sie nach den Kältezonen vor. Desto weiter unten die Ablage, desto niedriger die Temperatur. Schnell verderbliche Lebensmittel gehören demnach nach ganz unten, der Rest der Verderblichkeit nach geordnet darüber, bis ganz oben die Konserven und Einmachgläser folgen.

Lebensmittel, die bald ablaufen, versehen Sie mit einem Notizzettel mit dem entsprechenden Datum. Nutzen Sie die Leere, um gleich eine neue Ordnung herzustellen. Stellen Sie Flaschen in die Türfächer statt sie in die Ablagen zu legen. Sorgen Sie dafür, dass alles zugänglich bleibt und nichts Verderbliches hinter eine Verpackung rutscht und dort vergessen wird.

Besser einräumen, weniger putzen

  • Frische Lebensmittel sollten immer hinter die alten gelegt werden. So vermeiden Sie, dass etwas vergessen wird und schimmelt.
  • Halten Sie Salate und empfindliches Gemüse fern von der Rückwand. Dort ist die Temperatur sehr niedrig, was die Lebensmittel zum Gefrieren und damit Festkleben bringen könnte.
  • Fleisch und Fisch am besten in einen Behälter oder auf einen Teller legen, um zu verhindern, dass abgesonderte Flüssigkeit auf die Ablagen tropft.
  • Gemüse und Obst, das einen Nachreifeprozess hat (Tomaten, Äpfel, Avocados, Bananen usw.), sollten nicht mit anderem Gemüse gelagert werden, da es sonst schneller verdirbt.
  • Gemüse, das noch mit Erde behaftet ist, sollte keinen direkten Kontakt zu den Auflageflächen haben. Lagern Sie es besser in einem Plastikbehälter.

5. Kühlschrank außen reinigen

Nicht nur im Innenraum setzt sich Schmutz an, auch die Außenverkleidung des Kühlschranks sollten Sie reinigen. Dazu gehört neben den Griffen und Fronten auch die Hinterseite mit Kompressor und Verflüssiger. Ziehen Sie den Kühlschrank vor, um an die Rückseite zu gelangen. Das Gitter an der Rückwand ist ein Magnet für Staub und Haare. Diese entfernen Sie am besten mit einem weichen Staubwedel und saugen im Anschluss den Boden. Wischen Sie bei dieser Gelegenheit gleich das Stück, auf dem der Kühlschrank steht, ab. Hier kommen Sie nur selten ran.

Kühlschrank aus Edelstahl reinigen

Bei einer Edelstahl-Front sollten Sie vorsichtig vorgehen, um die Oberfläche nicht zu verkratzen. Verwenden Sie einen weichen Lappen und gehen Sie beim Wischen mit der Maserung des Edelstahls. Für leichte Verschmutzungen reicht klares Wasser völlig aus. Gröbere Flecken können unter Zugabe von etwas Geschirrspülmittel im Wasser entfernt werden. Oder Sie setzen direkt auf einen speziellen Edelstahlreiniger.

Wie oft den Kühlschrank putzen?

Das kommt ganz auf den Hygienezustand an. Haben Sie ihn länger nicht mehr geputzt, sollten Sie den Kühlschrank einmal gründlich reinigen. Danach können Sie in Abständen von 4 bis 6 Wochen eine oberflächliche Reinigung vornehmen. Eine komplette Reinigung mit Abtauen reicht zwei Mal im Jahr.

Neuen Kühlschrank reinigen

Rein aus dem Grund, weil Sie Lebensmittel darin lagern, macht es Sinn, den neuen Kühlschrank vor dem Gebrauch zu reinigen. Dabei reicht es, die Oberflächen abzuwischen und trocken zu reiben. Vor dem Betrieb muss er ohnehin einige Stunden stehen, bevor Sie ihn in Betrieb nehmen können. In dieser Zeit kann mit einer Schale Kaffee der „Neugeruch“ gemindert werden.