Kulturforum Schorndorf hat eine neue Geschäftsführerin Ein gut bestelltes Feld als Grundlage für Neues

Die Kunsthistorikerin Stefanie Grünes möchte Familien ansprechen. Foto: Gottfried Stoppel
Die Kunsthistorikerin Stefanie Grünes möchte Familien ansprechen. Foto: Gottfried Stoppel

Seit Januar ist Stefanie Grünes die neue Geschäftsführerin des Kulturforums Schorndorf. Die 40-jährige Kunsthistorikerin hat aus Köln Ideen mitgebracht, wie man auch 30- bis 50-Jährige (mit Kindern) ansprechen und in die Galerien holen kann.

Rems-Murr: Isabelle Butschek (ibu)
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Schorndorf - Eigentlich sind es die besten Voraussetzungen für einen nahtlosen Übergang. Wie ihre Vorgängerin Alexa Heyder kommt auch Stefanie Grünes, die neue Geschäftsführerin des Kulturforums Schorndorf, aus dem Rheinland. Zumindest hat die gebürtige Göppingerin dort 15 Jahre gelebt, hat in Köln ihr Kunstgeschichtestudium abgeschlossen, hat dort gearbeitet und einiges aus der Rheinmetropole mitgebracht. „Das Kölner Lebensgefühl hat mich geprägt. Jeder Mensch darf anders sein, und das ist gut so. Die kulturelle Vielfalt ist enorm, man begegnet Menschen aus vielen Nationen“, sagt die 40-Jährige, die diese Offenheit beim Umzug in die alte Heimat eingepackt hat.

Museumsangebote für Berufstätige und junge Eltern

Im Koffer hatte sie zudem jede Menge Erfahrungen, die ihr nun als Geschäftsführerin des Schorndorfer Kulturforums zugute kommen. Stefanie Grünes hat in Köln die jungen Kunstfreunde mitaufgebaut und für den Museumsverein „Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und Museum Ludwig“ neue Reihen entwickelt. Ihr Anspruch: „Ich wollte den 30- bis 50-Jährigen ein Programm bieten, das sie anspricht. Diese Gruppe ist kein klassisches Museumspublikum, ist oft weg, wenn eine Familie gegründet wird“, sagt sie.

Eine Idee war die Kunstpause für Berufstätige zur Mittagszeit. Dass es mit dem Kunsthappen – der neuen monatlichen Mittagsführung in der Q-Galerie – beim Kunstforum bereits eine ähnliche Reihe gibt, freut Stefanie Grünes sehr. Ein großer Erfolg sei in Köln auch die Reihe „Kunst und Kind. Mit Baby ins Museum“ gewesen. „Das waren schöne Bilder, wenn 25 Kinderwagen durchs Museum geschoben wurden“, erzählt die Kunsthistorikerin. Davon abgesehen, sei es gelungen, durch solche Projekte neue Mitglieder zu gewinnen.

Zurück zu den Wurzeln in Hohenstaufen

Ihr eigenen beiden Kinder waren der Grund dafür, dass es Stefanie Grünes wieder nach Hohenstaufen bei Göppingen gezogen hat. „Wir wollten, dass unsere Kinder auf dem Land aufwachsen und den familiären Kontext haben“, sagt Stefanie Grünes, die es auch selbst genießt, wieder in ihrer alten Heimat zu wohnen. „Diese Weite, die habe ich vermisst. Es bringt einen ganz anders zur Ruhe.“

Vervollständigt wurde ihr Glück mit dem Stellenangebot aus Schorndorf. „Das passt perfekt“, sagt Stefanie Grünes, die mehrere Dinge an ihrer neuen Stelle schätzt. Zu allererst die Arbeit mit Ehrenamtlichen: „Das liegt mir sehr am Herzen. Und ich habe hier ganz klar eine koordinierende Stelle – die Sektionen bestimmen das Programm.“ Was die Kulturforum-Bereiche Kunst, Musik, Literatur und Theater auf die Beine stellen, das beeindruckt die Kunsthistorikerin. Die Vielseitigkeit, die Hochwertigkeit, die vielen Kooperationen, die traditionsreichen und gut gehenden Veranstaltungen: „Gerade ist die Anmeldung für die Gitarrentage angelaufen. das wird jetzt schon sehr gut nachfragt.“

Stefanie Grünes ist Alexa Heyder – die nun das Amt für Kultur, Erwachsenenbildung, Sport und Stadtmarketing in Leonberg leitet – dankbar, dass sie Zeit hat, sich in Ruhe bei allen Sektionen vorzustellen, erst einmal vor allem zuzuhören. „Meine Vorgängerin hat mir ein sehr gut bestelltes Feld übergeben. Das Programm für 2018 ist im Grunde geplant.“

Die Remstal-Gartenschau im Blick

Für das Jahr 2019, das auch beim Kulturforum von der Remstal-Gartenschau geprägt sein wird, hat Stefanie Grünes schon Vorstellungen. „Ich fände es schön, wenn die Schorndorfer ihre Stadt in diesem Zuge neu erleben könnten. Etwa, wenn es Musik und Kunst an ungewöhnlichen Orten gibt.“ Zudem soll der Fluss, soll die Rems eine wichtige Rolle spielen.

Und dann möchte sie auch in Schorndorf die Familien noch mehr in die Q-Galerie holen und die Nachbarschaft zur Forscherfabrik nutzen. „Und ich würde es auch schön finden, wenn Menschen, die neu in Schorndorf sind, mit dem Kulturforum eine Plattform haben, sich zu vernetzen und nette Leute kennenzulernen.“




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