Kunst in der Stuttgarter Klettpassage Sinnbild des Verschwindens

Verhüllte Kunst Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Verhüllte Kunst Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

In der Stuttgarter Klett-Passage ist die letzte Ausstellung der Reihe „Transitions“ eröffnet worden mit Werken von Martin Bruno Schmid.

S-Mitte - Magisch, wie die vier Kunstwerke „auftauchen“: Das erste lässt Kurator und Kunsthistoriker Winfried Stürzl aus dem Untergeschoss der Stadtbahn in die Klett-Passage unter die Decke fahren. Die anderen, über Aufgängen hängend, werden ihrer Tücher enthüllt, während eine Band treibende Rhythmen spielt. Mit „Transition #8“ wurde die 20. und letzte Ausstellung in dem Durchgang zwischen Hauptbahnhof und Königstraße eröffnet. Das Kunstprojekt wurde 2007 auf Initiative des Mietervereinigung Klett-Passage, vor allem vom jetzigen Ehrenvorsitzenden Manfred Wiese, initiiert – in Kooperation mit der SSB AG, der Stadt und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Ziel: Kunst „en passant“ begegnen, an einem unerwarteten Ort.

Waren die ersten zwölf Durchgänge als Wettbewerb für Kunststudierende angelegt, juriert von einem Kuratorium, sah man ab 2013 in der Transition-Reihe künstlerische Positionen Ehemaliger der Akademie. Als letzten Standpunkt zeigt Stürzl nun den Stuttgarter Künstler Martin Bruno Schmid. Schmid ist Meister der subtilen, oft Material entfernenden Raumeingriffe. In der Passage begegnet er mit Witz und Tiefgrund der Situation, zerlegte die Glaskästen der Ex-Ausstellungen, passte das Plexiglas ausgezackt, flach, praktisch, an die Deckenform an. „Vitrine, (reisefertig) gepackt #1-4“ heißt die Installation, die Manchem Rätsel aufgeben mögen. Statikelement? Lampe? „Dieser Verkehrsort steht für Übergänge und Wandel“, so Stürzl. „Die Kästen, nun funktionslos, fügen sich ein, entfalten eigene Ästhetik, Grenzen zwischen Kunst, Gebrauchsgegenstand und Architektur lösen sich auf, die Objekte werden zum Sinnbild eigenen Verschwindens.“ Dass so Neues entsteht, betonte Michael Stümpfelen, der das Kunstprojekt für die Mietervereinigung betreut. „Wir finden weitere Möglichkeiten für die Kunst in diesen öffentlichen Raum.“




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