Kunstprojekt in Bonlanden Die Kölner Rockband Bap versteigert Filderstädter Cajon

Von Thomas Krämer 

Die Musiker der Rheinmetropole haben eine Trommel des Konzeptkünstlers Andora verkauft, der in den vergangenen Monaten in Filderstadt gewirbelt hat. Das Unikat brachte eine nette Summe für den guten Zweck.

Der Künstler Andora, die Kunstbüro-Chefin Ina Penßler und der Werkstatt-Leiter Thomas Fietkau stehen vor dem Instrument, das 750 Euro einbrachte. Foto: Thomas Krämer
Der Künstler Andora, die Kunstbüro-Chefin Ina Penßler und der Werkstatt-Leiter Thomas Fietkau stehen vor dem Instrument, das 750 Euro einbrachte. Foto: Thomas Krämer

Bonlanden - Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: der digitale Hammer fiel bei 750 Euro. Für diese Summe wechselte am Sonntagabend ein Steh-Cajon für einen guten Zweck den Besitzer. Freilich keine gewöhnliche Stehtrommel, sondern ein Musik-Kunstwerk mit den Unterschriften der Musiker der Kölner Rockband Bap. Bemalt worden war das farbenfrohe Cajon von Andora, der im Rahmen des Drehmoment-Festivals drei Monate in Filderstadt gearbeitet und ausgestellt hat.

Über den Berliner Künstler und seine Freunde von der Band Fury in the Slaughterhouse war auch der Kontakt zu Bap entstanden. „Ich habe Wolfgang Niedecken ein Video geschickt und gefragt, ob er nicht ein von der Band signiertes Steh-Cajon für einen guten Zweck versteigern will“, sagt Andora. Die Reaktion sei prompt gekommen. „Super Aktion, super Instrumente“, so der Kommentar des Kölner Musikers, die den Karl-Schubert-Werkstätten nun diese ansehnliche Summe eingebracht hat.

Die 15 Original-Cajons werden vervielfältigt

Die Bonländer Behinderten-Werkstatt war neben dem Filderstädter Unternehmen Herma einer der Partner des Projekts, das Werkstattleiter Thomas Fietkau als „bereichernde und inklusive Erfahrung“ bezeichnet. Denn der Berliner Künstler hatte sein Atelier nicht nur in den Räumen der Karl-Schubert-Werkstätten eingerichtet und hatte immer wieder Besuch von den Betreuten der Behinderteneinrichtung. Hier wurden und werden die Cajons gebaut – auch jenes, das sinnbildlich unter den Hammer gekommen war.

Ina Penßler, die als Leiterin des Städtischen Kunstbüros das Produktionskunst-Festival „Drehmoment“ der Kulturregion Stuttgart in Filderstadt organisiert und betreut hat, zieht ein positives Fazit der vergangenen Wochen: „Es war eine wunderbare Zusammenarbeit zwischen Andora, Herma, den Karl-Schubert-Werkstätten und der Stadt“, sagt sie, bei der neben den Instrumenten auch viele neue persönliche Kontakte entstanden sind. Filderstadt ist nach ihrem Wissen die einzige Kommune, in der das Produktionskunst-Festival eine nachhaltige Wirkung hat. Denn aus den 15 Original-Cajons, die von Andora gestaltet wurden, werden nun „Multiples“ gebaut, also Cajons, die mit den Motiven der Original-Instrumente beklebt werden – die Folien werden natürlich bei Herma hergestellt. Die Cajons können für jeweils 99 Euro in den Läden der Karl-Schubert-Gemeinschaft und in deren Webshop gekauft werden.




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