Kunstverein in Stuttgart-Vaihingen Otto-F.-Scharr-Kunstpreis für Kultur am Kelterberg

Rainer Scharr von der Otto-F.-Scharr-Stiftung (Dritter von rechts) und der Vorstand  von Kultur am  Kelterberg freuen sich über die Neuerung. Foto: Sabine Schwieder
Rainer Scharr von der Otto-F.-Scharr-Stiftung (Dritter von rechts) und der Vorstand von Kultur am Kelterberg freuen sich über die Neuerung. Foto: Sabine Schwieder

Die Otto-F.-Scharr-Stiftung unterstützt den Kunstverein mit Preisgeldern und einem Ausstellungskatalog.

Filder-Zeitung: Sabine Schwieder (ssc)

Vaihingen - Einmal im Jahr bietet der Kunstverein Kultur am Kelterberg Künstlern von außerhalb die Gelegenheit, sich mit ihren Arbeiten unter die Mitglieder zu mischen. Für die Auswahl der Themenausstellung sorgt immer eine externe Jury. Seit 2007 dienen ein Jurypreis und ein Publikumspreis den Künstlern als Anreiz, nach Vaihingen zu kommen. Was bisher fehlte, war ein Name – und eine Finanzspritze, die für eine rege Beteiligung sorgt. Mit der Unterstützung durch die Otto-F.-Scharr-Stiftung ist das nun kein Problem mehr: In den kommenden Wochen beginnt die Ausschreibung des Otto-F.-Scharr-Kunstpreises 2017, der mit insgesamt 3000 Euro unterstützt wird.

Die Verbundenheit zwischen Stiftung und Kelterberg ist eine alte. „Meinem Vater lag Vaihingen immer am Herzen“, erklärte Rainer Scharr, dessen Mutter Gisela Scharr 1989 die Stiftung zum Gedenken an ihren verstorbenen Mann gegründet hat. Das erste und bisher bedeutendste Projekt war die gemeinsame Rettung der denkmalgeschützten Alten Kelter, die dem Verein als Domizil dient. „Ohne die Scharr-Stiftung gäbe es das Haus so nicht“, betonte Vereinsvorsitzender Harald Marquardt bei der Vorstellung des Kunstpreises. „Vaihingen hat ja viel von der alten Substanz verloren“, begründete Rainer Scharr das Engagement seiner Familie. Der Kunstverein habe bewahrt, was an die Zeit erinnert, als Otto F. Scharr aus dem Kohlenhandel der Familie ein für die Region wichtiges Energieunternehmen machte.

Der erste Kunstpreis wird zum Thema „Wärme“ vergeben

Für den ersten Otto-F.-Scharr-Kunstpreis haben die Verantwortlichen ein passendes Thema ausgewählt: Bei der Ausstellung vom 29. Januar bis 19. Februar 2017 soll es um das Thema „Wärme“ gehen. Bis zum 21. November dieses Jahres können sich die Kelterberg-Mitglieder wie auch Vertreter anderer Kunstvereine bei Kultur am Kelterberg anmelden.

Durch die Unterstützung der Stiftung konnten die Preisgelder auf 1000 Euro für den ersten, 500 Euro für den zweiten und 250 Euro für den dritten Preis erhöht werden. Ein Publikumspreis ist mit 250 Euro dotiert. Neu ist auch, dass es künftig einen Katalog zur Ausstellung geben wird, dessen Produktionskosten von 1000 Euro die Stiftung ebenfalls übernimmt. Der in diesen Tagen geschlossene Vertrag soll vorerst für fünf Jahre gelten.

Ein Stiftungsbeirat sitzt beratend in der Jury

Wie bisher werden in der Jury, die über die Teilnahme an der Schau entscheidet, zwei externe Künstler und ein Kunsthistoriker oder eine Kunsthistorikerin vertreten sein. Vom Scharr-Stiftungsbeirat wird künftig ein Vertreter als beratendes Mitglied dabei sein. „Wir begleiten den Wettbewerb gerne, aber wir wollen keinen Einfluss auf die Jury nehmen“, betonte Rainer Scharr, „deren Mitglieder sollen unabhängig entscheiden.“ Auch die Themenwahl soll beim Vorstand und beim Kunstbeirat von Kultur am Kelterberg bleiben.

Der Familie geht es in erster Linie darum, die lokale Verbundenheit mit Vaihingen zu zeigen und zugleich Kunst und Kultur zu fördern. Am Kelterberg, wo bereits der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss nach seinem Vater benannt ist, schätzt Rainer Scharr insbesondere, dass Altes bewahrt und in Kombination mit modernen Themen genutzt wird. „Es ist gut, dass das Gebäude keine alte Rumpelkammer geblieben ist“, lobte er das bürgerschaftliche Engagement der Mitglieder.




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