Kunstwelt: Männer liegen nicht überall vorn In den Museen haben die Frauen bereits das Sagen

Zu Zeiten von Edgar Degas war es selbstverständlich, dass Männer nackte Frauen malen. Foto: Staatsgalerie Stuttgart cf 8 Bilder
Zu Zeiten von Edgar Degas war es selbstverständlich, dass Männer nackte Frauen malen. Foto: Staatsgalerie Stuttgart cf

Werden Frauen immer noch benachteiligt? In der Kunstwelt immerhin stimmt das längst nicht mehr. Wir haben genauer hingeschaut.

Kultur: Adrienne Braun (adr)
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Stuttgart - Frauen sind extrem präsent im Kunstbetrieb. Ein Großteil der Kunstausstellungen in Baden-Württemberg wird von Frauen kuratiert. Auch deutlich mehr als die Hälfte der Kunststudierenden an den Akademien sind weiblich. Das heißt allerdings nicht zwangsläufig, dass Künstlerinnen grundsätzlich bevorzugt würden.

Spitzenpreise erzielen nur Werke von Männern

Während Frauen gerade bei Posten im Museum in Baden-Württemberg deutlich aufgeholt haben und auch mehr Ausstellungen machen, liegen sie auf dem Kunstmarkt immer noch weit zurück. Bei der Art Karlsruhe etwas bekommen sie auffallend wenige Einzelkojen. Auch die Preise im oberen Segment werden fast ausnahmslos mit Werken von männlichen Künstlern erzielt – keineswegs nur aus der Kunstgeschichte, sondern auch von Gegenwartskünstlern.

Frauen-Auktion hat Erwartungen übertroffen

Um das zu ändern, hat das Auktionshaus Sotheby’s erstmals eine Online-Auktion veranstaltet, in der ausschließlich Werke von Künstlerinnen aus vier Jahrhunderten angeboten wurden. Immerhin brachte die Versteigerung ein Gesamtergebnis von 6,5 Millionen Dollar ein, deutlich mehr, als das Auktionshaus geschätzt hatte. Françoise Gilots Gemälde „Paloma à la Guitare“ wurde zum Beispiel für 1,3 Millionen verkauft – das war fünf Mal mehr, als man geschätzt hatte. Das Gemälde zeigt Paloma, das Kind von Gilot und Pablo Picasso beim Gitarrenspiel.




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