Lärmempfindliche Nachbarn im Lockdown Humor: Lasset die Kinder zu mir kommen (... aber bitte nur die leisen)

Fußballspielen ist für viele Kinder im Lockdown eine willkommene Abwechslung. Dumm nur, wenn’s dem Nachbarn nicht gefällt Foto: /Damir Spanic
Fußballspielen ist für viele Kinder im Lockdown eine willkommene Abwechslung. Dumm nur, wenn’s dem Nachbarn nicht gefällt Foto: /Damir Spanic

Frühjahr 2020: Ein Vater spielt im Lockdown mit seinem Sohn auf der Straße und bekommt deswegen eine anonyme Beschwerde. Frühjahr 2021: Das Karma schlägt zurück.

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Kreis Böblingen - „Karma is a bitch“ (sinngemäß: „Das Schicksal ist ein fieses Luder“) - so sagt man auf Englisch, wenn einem eine böse Tat später wieder auf die Füße fällt. Wir würden sagen: „Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“ – wobei „sofort“ eine dehnbare Zeitangabe sein kann, wie folgende wahre Geschichte zeigt.

Es begab sich aber zu jener Zeit im Frühjahr 2020, dass ein Gebot von Kanzlerin Merkel ausging, dass alle Welt zu Hause bleiben möge, damit eine böse Pestilenz namens Corona sich nicht weiter verbreiten möge. In einem kleinen Ort im Kreise Böblingen tat ein Vater in dieser Lage sein Bestes, den bewegungshungrigen Sohn mit allen möglichen Ballspielen auf der Straße vor einem akuten Lockdown-Koller zu bewahren. Der Junge bedankte sich mit herzhaftem Lachen, Juchzen und Schreien – so wie Kinder das eben tun, wenn sie nach wochenlangem Homeschooling und ohne nennenswerten Kontakt mit gleichaltrigen Freunden endlich mal wieder an die frische Luft dürfen. So weit, so normal. Ähnliche Szenen dürfte sich zu dieser Zeit vermutlich überall abgespielt haben.

Anonyme Lärmbeschwerde im Briefkasten

Dann kam die Überraschung: Eines schönen Sommerabends, Vater und Sohn hatten den Sport längst auf den wieder geöffneten Bolzplatz verlegt, lag im Briefkasten ein anonymes Schreiben. Es sei, so stand darin zu lesen, in den letzten Wochen immer wieder vorgekommen, dass der Junge lautstark auf der Straße gespielt habe, so lautstark sogar, dass man es noch eine Straße weiter gehört habe. „Würde sich die Lautstärke etwas reduzieren, wäre das eine Erleichterung für die ganze Nachbarschaft“, hieß es weiter in dem Brief, der ohne Unterschrift, dafür aber „mit freundlichen Grüßen“ schloss. Nach ein paar Tagen Paranoia („Wer mochte das wohl geschrieben haben?“) versuchten Vater und Sohn, die Sache zu vergessen und gingen – mit etwas reduzierter Lautstärke – wieder zum Alltag über.

Ein Jahr später: Das Karma schlägt zurück

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Erneut befindet sich das Land im Lockdown, erneut sehnen sich die Kinder nach Begegnung und Bewegung und erneut gehen Vater und Sohn zum Spielen vor die Türe. Eins ist diesmal allerdings anders. Mittlerweile sind nämlich diverse Kinder aus der Nachbarschaft dazugestoßen und spielen als Gruppe auf der Straße. Sie haben eine Menge Spaß und tun dies lachend, quiekend und kreischend kund – so wie Kinder das eben tun. Gemeinsam sind die kleinen Racker so laut, dass man sie jetzt nicht nur eine Straße, sondern vermutlich sogar eine ganze Ortschaft weiter hören kann.

Der Vater findet das großartig. Er steht am Straßenrand und schaut sich das Gewusel genüsslich an. „Karma is a bitch“, denkt er still in sich hinein, „Gott segne das alte Luder...“Aus den „Bonbons“, der Humorkolumne der Kreiszeitung Böblinger Bote




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