Landfrauentag im Enzkreis Landfrauen: Von wegen altbacken

Dass die Landfrauen mehr zu bieten haben als Kaffee und Kuchen, haben sie oft genug bewiesen. Wenn’s um das Bewahren alter Traditionen geht, wie hier am alten Backhaus in Heimsheim, wird das Kuchenblech trotzdem gerne herausgeholt. Foto: Archiv/Ernst
Dass die Landfrauen mehr zu bieten haben als Kaffee und Kuchen, haben sie oft genug bewiesen. Wenn’s um das Bewahren alter Traditionen geht, wie hier am alten Backhaus in Heimsheim, wird das Kuchenblech trotzdem gerne herausgeholt. Foto: Archiv/Ernst

Sie kämpfen noch immer gegen Klischees. Gemeinschaft und spezielle Bildungsangebote sind die Pfeiler.

Wimsheim - Das Bild von den Landfrauen ist manchmal etwas verzerrt“, sagt Margot Bellenbaum, die Vorsitzende der Enzkreis-Landfrauen. „Wir sind eine Bildungseinrichtung auf dem Land“, betont sie. Es gehe darum, die für Frauen besonders wichtigen Felder zu beackern, wie die Rente oder die Stärkung des Ehrenamtes. So schreibe etwa der Landesverband kommunalpolitische Seminare für Kreis- und Gemeinderätinnen aus. Nicht umsonst ist die fleißige Biene das Symbol der organisierten Frauen auf dem Land. Und wie in einem Bienenschwarm summte es vor kurzem in der Hagenschießhalle in Wimsheim beim bestens besuchten Landfrauentag des Landfrauenverbands im Enzkreis. Bildung und Engagement für Frauen spielen auch bei den Wimsheimer Landfrauen eine große Rolle. Englischkurse, Gymnastik und Sitztanz als regelmäßige Angebote gehören ebenso dazu wie Vorträge, Besichtigungen und geselliges Miteinander. „Mir ist Gemeinschaft besonders wichtig, gerade auch für Ältere“, sagte Monika Domnick, die mit ihren 43 Jahren eher zu den Jüngeren im Ortsverein gehört. Seit vier Jahren ist sie in der 124 Mitglieder zählenden Gruppe aktiv und inzwischen deren Vorsitzende. „Ich habe früher in der Stadt gelebt“, sagte sie. „Mir war gar nicht bewusst, dass es auf den Dörfern so viele Vereine gibt.“

Einer der größten Vereine im Ort

Die Wimsheimer Landfrauen sind nicht nur einer der größten Vereine im Ort, sondern auch der mitgliederstärkste im Enzkreis. Kein Wunder, dass auch die Bürgermeister gern die Nähe der Landfrauen suchen, wie Margot Bellenbaum augenzwinkernd sagte. Seien es doch gerade die Landfrauen, die oft parat stünden, wenn es darum gehe, bei Aktionen in der Gemeinschaft mitzuwirken. So war auch der Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich zum Kreis-Landfrauentag gekommen. „Der Verein spielt eine große Rolle hier bei uns im Ort“, betonte er.

Ortsvorsitzende Monika Domnick ist auch die Botschafterin des Enzkreisfrauen in der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Zukunftsoffensive 2020 des Landesverbandes. Mit dieser sollen „die Weichen für morgen gestellt werden“, beispielsweise bei der Bindung und Aktivierung der Mitgliedsfrauen sowie der Gewinnung von neuen. „Dieses Feld müssen wir beackern“, betonte die Enzkreis-Vorsitzende Margot Bellenbaum. Man wolle wegkommen von dem Klischee Kaffee-Kuchen-Landwirtschaft, das immer noch verbreitet sei. Es gehe darum, zu zeigen, dass die Landfrauen ein breites Bildungsprogramm im Angebot haben.

Hintergründe

Der Deutsche Landfrauenverband umfasst 22 Landesverbände. Zum „LandFrauenverband Württemberg-Baden“ gehören rund 53 000 Mitglieder, die in 24 Kreisverbänden mit 624 Ortsvereinen organisiert sind. Im Enzkreis gibt es 17 Ortsvereine mit mehr als 1300 Mitgliedern, im Kreis Böblingen 19 Ortsvereine mit 1800 Mitgliedern.

Der Landesverband wurde 1947 gegründet. Auch viele Ortsvereine feiern derzeit ihr 70-jähriges Bestehen, wie kürzlich etwa der in Renningen-Malmsheim.




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