Landgericht Stuttgart Mit Störsender in Autos eingebrochen

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Am Landgericht Stuttgart muss sich ein 37-Jähriger wegen besonders schweren Diebstahls und Wohnungseinbruchs verantworten. Der Fellbacher soll mit einem „Jammer“ in Stuttgart in fünf Autos und eine Wohnung eingestiegen sein.

Der bei dem Angeklagten entdeckte Störsender ähnelt einem Walkietalkie. Dieses Gerät wurde bei einem weiteren mutmaßlichen Täter in Düsseldorf  sichergestellt. Foto: Polizei
Der bei dem Angeklagten entdeckte Störsender ähnelt einem Walkietalkie. Dieses Gerät wurde bei einem weiteren mutmaßlichen Täter in Düsseldorf sichergestellt. Foto: Polizei

Stuttgart - Lange Zeit stand die Polizei angesichts mehrerer mysteriöser Autoaufbruchserien in der Region Stuttgart vor einem Rätsel. Seit dem Jahr 2013 war es Tätern immer wieder gelungen, in die Wagen einzusteigen, ohne Aufbruchspuren zu hinterlassen. Die Ermittler vermuteten zunächst nur, dass die Diebe die Autos mit Störsendern geknackt hatten. In dem Augenblick, als die Fahrer ihre Wagen mit der Fernbedienung schließen wollten, betätigten die Täter Jammer (englisch: „Dschämmer“). Diese verhinderten, dass die Autotüren verriegelt wurden.

Die Polizei hat bereits Jammer sichergestellt.

Mittlerweile hat sich die Vermutung bestätigt. Der Polizei konnte mehrere Täter ermitteln – und dabei fielen ihr Störsender in die Hände. Voriges Jahr wurde ein Täter, der in Stuttgart auf diese Weise in zwölf Autos eingebrochen war, zu einer zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Seit Freitag muss sich am Landgericht ein weiterer mutmaßlicher Täter verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 37 Jahre alten Mann vor, von Juni 2013 bis Mai 2015 mit einem Störsender in sieben Autos eingebrochen zu sein, darunter fünfmal in Stuttgart.

Geschädigte sind Fahrer von teuren Autos

Erstmals soll der Fellbacher am 21. Juni 2013 in der Stadtmitte mit einem Jammer in einen Wagen gelangt sein: Dabei habe der Mann aus einem Jaguar, der in der Dorotheenstraße geparkt war, ein iPad, zwei Mobiltelefone und 9500 Euro erbeutet. Drei Monate später soll es ein in der Bolzstraße geparktes Mercedes-Coupé gewesen sein, aus dem der Angeklagte Einkäufe im Wert von fast 400 Euro gestohlen habe, so der Staatsanwalt. Weitere Geschädigte sind drei Fahrer von teuren Autos, die im Breuninger-Parkhaus, am Rotebühlplatz sowie in der Lautenschlagerstraße standen. Zur Beute zählten ein iPad, ein Laptop sowie fast 10 000 Euro Bargeld.

Fingerabdrücke und Beutestücke deuten auf Täterschaft hin

Im vorigen Sommer ging der Angeklagte der Polizei ins Netz. Der Mann soll auf frischer Tat geschnappt worden sein, als er in Weiterstadt (Hessen) versucht habe, mit seinem Jammer in ein Auto einzubrechen. Seit 15. Juli sitzt der 37-Jährige in Untersuchungshaft. Insbesondere Fingerabdrücke, die der Mann an den Wagen hinterlassen hat, sowie Beutestücke und der Störsender, die bei ihm entdeckt wurden, weisen darauf hin, dass der Angeklagte die Taten begangen hat. Zudem kam bei den Ermittlungen ans Licht, dass der Mann im Januar 2014 wohl in eine Wohnung in der Innenstadt eingebrochen ist. Dabei waren Gegenstände, vor allem Schmuck, im Gesamtwert von mehr als 160 000 Euro gestohlen worden.

Über den Angeklagten ist sonst nichts bekannt. Beim Prozessauftakt wurde nur die Anklage verlesen. Das Verfahren wird am Freitag, 5. Dezember, fortgesetzt.




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