Landgericht Stuttgart Wegen eines Parkplatzes mit Betonstein zugeschlagen

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Wenn jemand einen Parkplatz kurz vor der Nase weggeschnappt bekommt, regt er sich natürlich auf. Der Ausraster dieses Mannes geht jedoch entschieden zu weit: Die Staatsanwaltschaft macht ihm schwere Vorwürfe.

Parkplätze direkt an der Theo sind Mangelware. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski (Symbolbild)
Parkplätze direkt an der Theo sind Mangelware. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski (Symbolbild)

Stuttgart - Auch abends kurz nach 20 Uhr, wenn die Geschäfte gerade geschlossen haben, sind freie Parklücken am Rand der Thedor-Heuss-Straße noch rar. Eine solche entdeckte ein Mann, der nun vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags steht, am Abend des 29. Septembers 2018. Er wollte rückwärts reinfahren. Doch dann geschah etwas, was ihn offenbar ausrasten ließ – und seine Reaktion führte nun zu dem schwerwiegenden Tatvorwurf.

Mit einem Betonstein schlägt der Angreifer zu

Ein hinter ihm fahrender Mann wollte ebenfalls parken und rutschte schnell in die Parklücke, obwohl der rückwärts einparkende Vordermann Vorrang gehabt hätte. Daraufhin hielt der damals 25-Jährige an, stieg aus, schnappte sich einen schweren Betonstein vom Straßenrand und schlug damit durch die Beifahrertür auf den Bruder des Fahrers ein. Der Mann am Steuer kam seinem Zwillingsbruder zur Hilfe, überwältigte den nun Angeklagten und schlug auf ihn ein. Zunächst wurden nach dem Zwischenfall die beiden Brüder festgenommen: Als Passanten hinzukamen, hörten sie auf, auf den am Boden liegenden Mann einzuschlagen. Er wurde schwer verletzt, meldete die Polizei im Herbst 2018.

Den Angriff mit dem Stein wertet die Staatsanwaltschaft als versuchten Totschlag. Außerdem muss er sich noch wegen einer Falschaussage gegen den Geschlagenen und seinen Bruder verantworten, teilt das Landgericht mit. Für den Prozess sind drei Termine bis zum 13. Februar angesetzt.

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