Landschaftsschutzgebiet Glemswald Erneuter Wildwuchs führt zu Unmut

Vereinigte Hüttenwerke, garniert mit Gerümpel, im Landschaftsschutzgebiet Foto: z/privat
Vereinigte Hüttenwerke, garniert mit Gerümpel, im Landschaftsschutzgebiet Foto: z/privat

Der Ärger im Landschaftsschutzgebiet Glemswald in Kaltental reißt nicht ab. Passanten ärgern sich über Hüttenbau und Sperrmüll auf privaten Grundstücken. Die Stadt hat zugesichert, die Zustände zu prüfen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Kaltental - Städter, die durch Naherholungsgebiete promenieren, wollen sich an der Natur erfreuen. Ihr ästhetisches Empfinden wird im Landschaftsschutzgebiet Glemswald in Kaltental aber immer wieder empfindlich gestört. Das Ehepaar Peter und Brigitte Geyer, Leser unserer Zeitung, stört sich am Anblick der sich ihm auf dem Areal zwischen der Kaltentaler Abfahrt und der Böblinger-/Rottweiler Straße bietet. „Manche Gärten sind Lagerplätze für Baumaterial, in anderen steht nicht nur ein Gartenhaus, teilweise wirken die Gärten für den Spaziergänger verwahrlost. Wir sind der Auffassung, dass dies deshalb eigentlich kein Landschaftsschutzgebiet mehr ist“, schreiben sie unserer Redaktion.

Seit drei Jahren, sagt Peter Geyer, beobachteten sie, dass Eigentümer von Obstbaumgrundstücken Hütten bauen und Gerümpel aus ihren Haushalten auf den Grundstücken lagerten. „Es ist halt nicht schön, dass Gerümpel, darunter Holz und alte Wasserfässer, was zum Sperrmüll oder auf die Deponie gehört, im Landschaftsschutzgebiet landet“, sagt Peter Geyer. Pauschal in einen Topf will unser Leser die Grundstückseigentümer nicht werfen: „Einige der Gärten sind wunderschön.“ Bei den ungepflegten Grundstücken lindere im Frühjahr und Sommer ein Teppich aus grünen Blättern das Desaster. „Im Winter aber, wenn das Laub weg ist, offenbart sich leider alles.“

Der Stadt sichert Kontrollen in dem Gebiet zu

Auf der Suche nach Abhilfe, sagt Peter Geyer, habe er sich längst an die Stadt gewandt: „Am 27. März 2019 haben wir an die Poststelle des Amts 36 geschrieben, aber keine Antwort erhalten.“ Auch ein Erinnerungsschreiben vom 24. Januar 2021 sei unbeantwortet geblieben. Auf Anfrage unserer Zeitung in dieser Angelegenheit antwortete die Stadtverwaltung: „Aus dem Amt für Umweltschutz können wir Ihnen sagen, dass der Vorgang nicht bekannt ist. In der Poststelle Amt 36 ist keine Mail und keine Erinnerung Ihres Lesers eingegangen.“ Wegen des Hinweises werde die Untere Abfallrechtsbehörde nächste Woche den monierten Abschnitt im Landschaftsschutzgebiet kontrollieren.

Nicht zum ersten Mal sind die Zustände auf Privatgrundstücken im Landschaftsschutzgebiet Glemswald in Kaltental ins Gerede gekommen. Im April 2019 waren dort am Ende des Brandenkopfwegs auf Obstbaumgrundstücken die Bagger los, die Gräben für Drainagen zogen. Es wurden Fundamente gegossen und Betonplatten als Böden für massive Hütten gelegt. Nach massiven Beschwerden von Anliegern, die fürchteten, die Stuttgarter Party-Szene werde die Gärten für nächtliche lautstarke Umtriebe nutzen, und von Naturfreunden, die sich unter anderem Sorgen um dort nistende Falken machten, schritt de Stadt schließlich ein, untersagte die illegalen Bauten und zwang die Grundstückseigentümer dazu, den ursprünglichen Zustand ihres Grundbesitzes wiederherzustellen.




Unsere Empfehlung für Sie