Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern Wie SPD-Powerfrau Manuela Schwesig ihren Schicksalsschlägen trotzt

Manuela Schwesig konnte einen überzeugenden Wahlsieg feiern. Foto: dpa/Jens Büttner
Manuela Schwesig konnte einen überzeugenden Wahlsieg feiern. Foto: dpa/Jens Büttner

Für Manuela Schwesig ist die Landtagswahl ein glatter Durchmarsch: Die Schweriner Regierungschefin empfiehlt sich mit dem Wahlsieg für höhere Aufgaben. Ein Porträt.

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Schwerin - Mit einem Spitzenergebnis von 39,6 Prozent sichert Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern der SPD, nicht nur die Macht in dem nordostdeutschen Bundesland und sich selbst eine zweite Amtsperiode. Die als zielstrebig und hartnäckig geltende Schwesig, die schon einmal Bundesministerin war, empfiehlt sich damit auch für höhere Aufgaben.

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Doch noch zieht es die 47-Jährige offenbar nicht so schnell wieder weg aus Schwerin. Auf die Frage, ob sie ganze fünf Jahre Regierungschefin bleiben werde, antwortete Schwesig am Sonntag: „Ja, ich habe mich zur Wahl als Ministerpräsidentin gestellt.“ An anderer Stelle bleibt sie etwas unverbindlicher. Sie sei „eine starke Stimme für die SPD, und das werde ich auch mit Sicherheit bleiben - für Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland bringe ich mich ein.“

Schwesig regiert seit 2016 eine Koalition aus SPD und CDU, diese hätte erneut eine komfortable Mehrheit. Auch Bündnisse von SPD und Linker sowie eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP wären möglich. Am Wahlabend hält sich Schwesig zunächst bedeckt, mit wem die SPD Gespräche aufnehmen wird.

2019 die eigene Erkrankung publik gemacht

Vor vier Jahren übernahm Schwesig die Regierungsgeschäfte in Mecklenburg-Vorpommern vom erkrankten Ministerpräsidenten Erwin Sellering. Seitdem baute die 47-Jährige ihre Macht aus, indem sie immer mehr Zuständigkeiten in ihrer Staatskanzlei bündelte. Anders als ihre Vorgänger mischte die zweifache Mutter darüber hinaus unüberhörbar in der Bundespolitik mit und sorgte dafür, dass das vergleichsweise einwohnerarme Bundesland im Nordosten weithin wahrgenommen wird.

Schwesig konnte in den vergangenen Jahren mit Themen wie dem Ausbau kostenloser Kitas, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Chancengleichheit für Frauen offenbar punkten. Auch nutzte sie die bei vielen Ostdeutschen vorhandene Sympathie für Russland und forderte etwa vehement die Fertigstellung der Erdgaspipeline Nord Stream 2 ein. Dafür ließ sie unter anderem mit Steuergeldern eine Umweltstiftung gründen, die nebenher die am Pipelinebau beteiligten Firmen vor Sanktionen der USA beschützen sollte.

Viel Zuspruch erhielt Schwesig auch, als sie 2019 ihre eigene Krebserkrankung publik machte und dennoch im Amt blieb - auch um anderen Frauen in einer solchen Situation Mut zu machen. Inzwischen überwand sie die Krankheit nach eigenen Angaben.

Bilderbuchkarriere der Ministerpräsidentin

Schwesig wuchs in Brandenburg auf. Nach dem Studium arbeitete sie als Beamtin in Finanzämtern sowie im Finanzministerium in Schwerin. In die SPD trat sie 2003 im Alter von 29 Jahren ein und engagierte sich in der Kommunalpolitik. Als Stadtverordnete in Schwerin gewann sie Sympathien, weil sie offen auf andere Menschen zugehen, mit ihnen plaudern und ihnen zuhören konnte. 

Schon bald legte sie eine Bilderbuchkarriere hin: 2008 holte der damalige Ministerpräsident Sellering Schwesig als Sozial- und Gesundheitsministerin in sein Landeskabinett. Mit 34 Jahren war sie damit Deutschlands jüngste Ministerin. Ihr Kabinettskollege, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), verspottete sie damals als „Küstenbarbie“. Als engagierte Ressortchefin aber erwarb sie sich bald über die Landesgrenzen hinweg politisches Renommee.

Schwesig bezeichnet sich als „Landesmutter“

So folgte sie schon 2009 dem Ruf ihrer Partei und wurde stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende. 2013 dann wechselte sie als Bundesfamilienministerin in der großen Koalition nach Berlin. Schwesig kümmerte sich um den Ausbau der Kinderbetreuung, das Elterngeld Plus und die durchaus umstrittene Frauenquote in Aufsichtsräten. 

Sich selbst bezeichnet die SPD-Politikerin nach nur vier Jahren Amtszeit als Ministerpräsidentin bereits als „Landesmutter“. Das Wahlergebnis am Sonntag sieht sie als „starkes Votum für die SPD in Mecklenburg-Vorpommern und auch für mich als Ministerpräsidentin“.




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