Landwirtschaft im Südwesten Zahl der Betriebe geht weiter zurück

Besonders die Betriebe, die ihre Geschäfte mit der Haltung von Schweinen, Milchkühen oder Vieh machen, sind weniger geworden. (Archivbild) Foto: dpa/Arne Immanuel Bänsch
Besonders die Betriebe, die ihre Geschäfte mit der Haltung von Schweinen, Milchkühen oder Vieh machen, sind weniger geworden. (Archivbild) Foto: dpa/Arne Immanuel Bänsch

Die Folgen der Billigpreise für Lebensmittel: Immer mehr Bauern sehen sich in Existenznot. Die Zahl der Agrarbetriebe im Südwesten reduzierte sich zwischen 2010 und 2020 um 11,5 Prozent.

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Stuttgart - Die beinahe schon chronische Krise in der Landwirtschaft hat die baden-württembergische Agrarbranche in den vergangenen zehn Jahren weiter zusammenschrumpfen lassen. Die Zahl der Agrarbetriebe im Südwesten reduzierte sich zwischen 2010 und 2020 um 11,5 Prozent auf nur noch 39 400, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Basis für die Daten sind die Ergebnisse einer neuen Landwirtschaftszählung. Die bisher letzte solche Zählung hatte es im Jahr 2010 gegeben. Auch damals war die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe schon rückläufig.

Besonders stark eingebrochen ist jetzt demnach der Anteil der Betriebe, die ihre Geschäfte mit der Haltung von Schweinen, Milchkühen oder Vieh machen. Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe hat sich binnen zehn Jahren um mehr als die Hälfte (54,2 Prozent) auf nur noch knapp 4000 reduziert. Bei den Milcherzeugern beträgt das Minus 42,1 Prozent, gut 6200 Betriebe sind hier noch aktiv. Die Zahl der Betriebe mit Viehhaltung sank binnen zehn Jahren um 23,6 Prozent auf 21 500.

Krise durch Billigpreise für Lebensmittel

Das hat auch Auswirkungen auf den Tierbestand. Die Zahl der Schweine ging um 21,9 Prozent auf 1,67 Millionen zurück, der Milchkuhbestand reduzierte sich um 6,7 Prozent auf 330 200. Vor allem bei Legehennen und Ziegen verzeichneten die Statistiker dagegen Zuwächse.

Die Krise in der Landwirtschaft, hervorgerufen etwa durch Billigpreise für Lebensmittel, hatte sich zuletzt nochmals verstärkt. Immer mehr Bauern sehen sich in Existenznot, klagen über zu geringe Erzeugerpreise und ein aus ihrer Sicht unfaires Gebaren großer Einzelhandelsketten. Ende 2020 war es daher zu einigen größeren Demonstrationen von Landwirten gekommen.

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