Lebenshilfe in Leonberg Die gute Tat wird aus der Portokasse bezahlt

Von Arnold Einholz 

Weil Kunden ihren Stromzählerstand digital übermitteln, spendet Netze BW das Porto an die Lebenshilfe.

Zufriedene Spendenempfänger und -geber: Oberbürgermeister Georg Martin Cohn, Elisabeth   Kolofon und Jürgen Rein (beide Lebenshilfe), Netze BW-Geschäftsführer Christoph Müller und Erster Bürgermeister Ulrich Vonderheid (von links). Foto: privat
Zufriedene Spendenempfänger und -geber: Oberbürgermeister Georg Martin Cohn, Elisabeth Kolofon und Jürgen Rein (beide Lebenshilfe), Netze BW-Geschäftsführer Christoph Müller und Erster Bürgermeister Ulrich Vonderheid (von links). Foto: privat

Leonberg - Der Betrag ist recht krumm: 5136,75 Euro hat Netze BW an die Lebenshilfe Leonberg gespendet. Dabei hat die Firma die nicht immer positiv behaftete Redewendung „Etwas aus der Portokasse bezahlen“ in diesem Fall wortwörtlich umgesetzt.

Doch wie kommt es dazu, dass der Geschäftsführer Christoph Müller mit einem großen Scheck im Gepäck bei der Lebenshilfe vorbeigeschaut hat? Netze BW ruft seit 2018 die Kundschaft über die Aktion „Zählerstand online erfassen“ dazu auf, ihr den Stand des Stromzählers nicht mehr per Post, sondern mittels elektronischer Medien mitzuteilen. Als Anreiz verspricht der Netzbetreiber, das dadurch eingesparte Porto einer gemeinnützigen Einrichtung vor Ort zu spenden. Das Versprechen wurde nun eingelöst.

In Leonberg kommt der Betrag in Höhe von 5136,75 Euro der Lebenshilfe zugute. Elisabeth Kolofon, hier zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Inklusion, sowie der Vorsitzende Jürgen Rein haben in Anwesenheit von Oberbürgermeister Martin Cohn und Erstem Bürgermeister Ulrich Vonderheid den Spendenscheck entgegengenommen. „Wir freuen uns über jeden zusätzlichen Euro, der uns und unsere Arbeit unterstützt“, bedankt sich Elisabeth Kolofon bei allen Haushalten, die ihren Zählerstand online mitgeteilt und somit zur Spende beigetragen hatten.

Geld und Zeit gespart

„Unser Ziel ist es, mehr und mehr von der postalischen Datenübermittlung abzurücken“, erklärt Netze BW-Geschäftsführer, Christoph Müller. Darum werden verschiedene Wege angeboten, um die Angaben ohne große Umstände durchgeben zu können. Dadurch sparen die Kunden Zeit, und Netze BW könnte die Qualität ihrer Datenerfassung optimieren.

„Obendrein wird ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet“, sagt Müller. Denn der Verzicht auf die bislang übliche Ablesungskarte bedeute auch, dass sich dadurch das Papier und der Transport per Post erübrigt. „Da uns umweltbewusstes Handeln wichtig ist, haben wir unsere Spendenaktion als kleine Zusatzmotivation ins Leben gerufen“, sagt Müller. Für jeden Zählerstand, der pro Kommune online erfasst wird, geht deshalb das Rückporto an eine dort tätige gemeinnützige Organisation. Über die Verwendung des Betrags kann die Kommune Vorschläge machen. In Leonberg wurde dafür die Lebenshilfe ausgewählt. Die Aktion wird in diesem Jahr fortgesetzt – und da wird die Spendensumme noch höher, denn die Post hat ja bekanntlich das Porto erhöht.

Es geht auch per WhatsApp

Mit dem Start der Aktion hat Netze BW aber auch einen neuen digitalen Rückmeldekanal aufgelegt: das Zählerfoto. Einmal im Jahr wird jeder Haushalt gebeten, den Stand seines Stromzählers durchzugeben. Diese Angabe wird benötigt, um dem jeweiligen Lieferanten den Verbrauch für eine korrekte Abrechnung mitzuteilen. Uns so geht’s: Einfach mit dem Smartphone oder Tablet ein Foto des Stromzählers mit sichtbarem Zählerstand und Nummer aufnehmen und per Mail an ablesefoto@netze-bw.de oder per WhatsApp an 01 57 / 92 45 50 00 schicken.

Das war anfangs schwieriger, als gedacht. Doch dann hat Netze BW die Hanauerland Werkstätten, eine Werkstatt für behinderte Menschen der Diakonie Kork, eingeschaltet. Dort wurden Büroarbeitsplätze eingerichtet und nun werden die Zählerstände und Nummern von den Beschäftigten der Hanauerland Werkstätten ausgelesen. „Funktioniert super und mit hoher Qualität“, sagt Christoph Müller.




Veranstaltungen

Unsere Empfehlung für Sie