Legal Highs Strengere Kontrollen im Gefängnis

Von red/dpa 

Nachdem im Gefängnis in Ravensburg sechs Insassen nach dem Rauchen sogenannter „Legal Highs“ Anfälle bekommen haben, will die Justiz härter durchgreifen. Ob ein Zusammenhang mit dem Tod einer Frau in Biberach an der Riß besteht, ist noch unklar.

Reagenzgläser gefüllt mit psychoaktiven Substanzen, auch Legal Highs. Im Gefängnis in Ravensburg hatten sechs Insassen dererlei Substanzen geraucht. In Biberach an der Riß starb eine Frau nach dem Konsum. (Archivfoto) Foto: dpa
Reagenzgläser gefüllt mit psychoaktiven Substanzen, auch Legal Highs. Im Gefängnis in Ravensburg hatten sechs Insassen dererlei Substanzen geraucht. In Biberach an der Riß starb eine Frau nach dem Konsum. (Archivfoto) Foto: dpa

Ravensburg - Nach dem Tod einer Frau durch eine gerauchte Kräutermischung und der Erkrankung von Häftlingen soll es im Gefängnis Ravensburg verstärkte Kontrollen geben. Ein Rauschgiftspürhund etwa soll Drogenschmuggel verhindern. Das teilte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag in Stuttgart mit. In dem Gefängnis waren am vergangenen Sonntag sechs Insassen etwa durch Wutanfälle und Krämpfe aufgefallen, nachdem sie eine Kräutermischung geraucht hatten. Vier von ihnen seien kurzfristig in einem Krankenhaus behandelt worden, sagte ein Sprecher, der einen Bericht des Südwestrundfunks bestätigte.

Ob ein Zusammenhang mit dem Tod einer 48-Jährigen in Biberach an der Riß bestehe, werde von der zuständigen Staatsanwaltschaft geprüft. Die Frau hatte gleichfalls eine Kräutermischung geraucht. Diese wird unter dem Oberbegriff „Legal Highs“ geführt.

Als „Legal Highs“ bezeichnet man etwa als Kräutermischungen oder Badesalze getarnte Drogen, die Experten wegen der unberechenbaren Wirkung als sehr gefährlich einschätzen. Diese vermeintlich harmlosen und synthetisch hergestellten Stoffe, die oft in bunten Tütchen daherkommen, fallen meist nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

In einem Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) hatte es bereits im Sommer geheißen, „Legal Highs“ seien zunehmend mit Gesundheitsschädigungen und Todesfällen verbunden. Auch in Rheinland-Pfalz starb ein 25-Jähriger aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich im vergangenen Jahr wegen des Konsums einer Kräutermischung. Dies habe mittlerweile ein toxikologisches Gutachten belegt, berichtete die Polizei in Trier am Donnerstag.