Leichtathletik Boras und andere Ziele im neuen Sportjahr

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Der junge Fellbacher Hürdensprinter Stefan Volzer, 18, zweimal bereits deutscher Meister, will an seine Erfolge anknüpfen.

Stefan Volzer schafft Grundlagen für noch schnellere Zeiten. Foto: Patricia Sigerist
Stefan Volzer schafft Grundlagen für noch schnellere Zeiten. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Stefan Volzer trägt fortan das Trikot des VfL Sindelfingen, wenn er Hürden unter und hinter sich lässt. Passend dazu führen ihn die bevorstehenden Aufgaben mehrere Male in die Stadt des Vereins seiner Wahl. Der Hürdensprinter aus Fellbach will am 19. Januar bei einem Meeting in Sindelfingen in die Hallensaison starten. Ebendort, im Glaspalast, folgen am Wochenende darauf die baden-württembergischen Meisterschaften auch der U-20-Leichtathleten. Und ebendort möchte der 18-Jährige knapp einen Monat später erneut über die Bahn brettern: Am 23./24. Februar ist das großräumige Bauwerk in Sindelfingen Austragungsort der nationalen U-20-Titelkämpfe, für Stefan Volzer der oder zumindest ein Höhepunkt der Hallenrunde. Im Vorjahr lief er bei dieser Gelegenheit in der Halle in Halle über 60 Meter Hürden nach 7,80 Sekunden über die Ziellinie, eroberte so seinen ersten deutschen Meistertitel. Im Sommer fügte er direkt den zweiten hinzu, nahm unter freiem Himmel in Rostock Tempo auf und dominierte die U-20-Konkurrenz über 110 Meter Hürden in 13,83 Sekunden.

Stefan Volzer startet mehrmals im Sindelfinger Glaspalast

Diese Erfolge möchte Stefan Volzer in seinem zweiten Jahr im U-20-Klasement wiederholen. Dafür hat der flinke Fellbacher in den vergangenen Wochen hart an Technik und Fitness gearbeitet. Die wettkampffreie Zeit ist. wenn ihn keine Verletzung bremst wie vor drei Jahren, eine überaus intensive, in der Stefan Volzer am Olympiastützpunkt in Bad Cannstatt die Grundlagen schafft für noch schnellere Zeiten. „Es läuft richtig gut, ich habe richtig gut trainiert“, sagt der Kaderathlet, der auch am zweiten Weihnachtsfeiertag seine Sporttasche gepackt hat für eine Übungseinheit in der mit Tartanbelag ausgelegten Molly-Schauffele-Halle, Bundes- und Leistungszentrum der Leichtathleten.

Die vergleichsweise kurze Periode, in der Stefan Volzer im Winter nicht nur Trainingspartner wie Emanuel Stubican oder Milo Skupin-Alfa trifft, sondern auch Gegner, beginnt in zwölf Tagen und wird im März wieder enden. Außer der insgesamt dreiteiligen Startserie in Sindelfingen hat sich der ehemalige Schüler des Fellbacher Friedrich-Schiller-Gymnasiums noch weitere Wettkämpfe vorgenommen. Zweimal plant der Junior wieder den Auftritt unter Männern, bei denen die zehn Hürden mehr als sieben Zentimeter höher sind als bei den U-20-Leichtathleten (99,1 Zentimeter): einmal am 2./3. Februar bei den süddeutschen Titelkämpfen in Frankfurt, einmal am 20. Februar bei einem internationalen Sportfest in Düsseldorf. Dazu hat sich Stefan Volzer den Termin der nationalen Hochschulmeisterschaften (6. Februar) ebenso vorgemerkt wie den des U-20-Länderkampfs in Italien (9. März), der zu einem weiteren Höhepunkt der Hallensaison avancieren soll. Die sportlichen Anstrengungen muss er mit jenen an der Uni Stuttgart koordinieren, an der er seit dem Herbst 2018 technisch orientierte Betriebswirtschaftslehre studiert. „Das sollte ich gut hinbekommen“ , sagt Stefan Volzer.

Im Sommer will der 18-Jährige aus Fellbach nach Schweden

Im Freien will Stefan Volzer rund drei Wochen vor seinem 19. Geburtstag in Ulm den U-20-Titel verteidigen. Dort werden vom 26. bis 28. Juli die besten Nachwuchs-Leichtathleten des Landes zusammenkommen, Stefan Volzer möchte unter ihnen erneut der beste sein über 110 Meter Hürden. Bereits eine Woche vorher hat er, die Qualifikation für die U-20-Europameisterschaften vorausgesetzt, in Schweden die besten Nachwuchs-Leichtathleten des Kontinents an seiner Seite. Die Titelkämpfe vom 18. bis 21. Juli in Boras haben für ihn erste Priorität in diesem Jahr. Der Antritt in der historischen Provinz Västergötland wäre für den Schützling des Trainers Marlon Odom bereits das dritte internationale Großereignis binnen zwei Jahren. Im Sommer 2017 war er bei den U-18-Weltmeisterschaften in Kenia Siebter und im Sommer 2018 bei den U-20-Weltmeisterschaften in Finnland im Halbfinale. „Ziel ist der Endlauf, vielleicht ist sogar eine Medaille drin“, sagt Stefan Volzer. Unter den europäischen Konkurrenten seines Jahrgangs waren im Vorjahr lediglich zwei schneller als der Fellbacher, der eine Bestmarke von 13,57 Sekunden aufweist: Enrique Llopis (Spanien/13,47 Sekunden) und Joshua Zeller (Großbritannien/13,49 Sekunden).

So kann es gut passieren, dass Stefan Volzer im neuen Leichtathletik-Jahr nicht nur im Trikot des VfL Sindelfingen eilig Hürden unter und hinter sich lässt, sondern auch wieder im Nationaldress.




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