Leinfelden-Echterdingen Neue Mitte als Chance für eine gemeinsame Identität

Von Philipp Braitinger 

Die Verwaltung von Leinfelden-Echterdingnen bastelt an einem baulichen Zusammenschluss der beiden großen Teilorte der Stadt. Sie verspricht sich davon viel, unter anderem eine neue Identität für die Gesamtstadt.

Zwischen Leinfelden und Echterdingen könnte in den kommenden Jahren ein Stadtzentrum entstehen. Foto: Philipp Braitinger
Zwischen Leinfelden und Echterdingen könnte in den kommenden Jahren ein Stadtzentrum entstehen. Foto: Philipp Braitinger

Leinfelden-Echterdingen - Im Augenblick füllen vor allem Felder den Raum zwischen Leinfelden und Echterdingen. In den kommenden Jahren möchte die Stadt dort jedoch bekanntlich eine Mitte planen, die die beiden Teilorte verbindet. Den Grundsatzbeschluss für das Vorhaben hat der Technische Ausschuss (TA) während seiner Sitzung im März einstimmig befürwortet. Dass der Vorentscheid im Gemeinderat noch einmal gekippt wird, ist kaum zu erwarten. Wann der Beschluss gefällt wird, ist angesichts der momentanen Aussetzung von Gemeinderatssitzungen wegen der Corona-Krise aber ungewiss.

„Was passiert zwischen Leinfelden und Echterdingen? Diese Frage müssen wir beantworten.“ Das betonte die Erste Bürgermeisterin Eva Noller während der TA-Sitzung. Ansonsten, so ihre Befürchtung, bewegten sich die beiden Teilorte in den nächsten Jahren weiter unkoordiniert aufeinander zu. Mit der Osttangente, den Rötlesäckern, dem Gebiet Goldäcker, den Hinterwiesenäckern und den Schelmenäckern sind bereits viele neue Wohn- und Mischgebiete an den Rändern von Leinfelden und Echterdingen in Planung beziehungsweise schon in der Umsetzung.

Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß auf den Fildern

Hintergrund der beständigen Ausweitung der Siedlungsgrenzen ist die hohe Nachfrage nach Wohnungen in der Region Stuttgart. Und der hohe Siedlungsdruck auf den Fildern wird in den kommenden Jahren kaum abreißen. Im Gegenteil, mit dem geplanten Filderbahnhof könnte L.-E. weiter an Attraktivität für Wohnungssuchende gewinnen.

Besser sei es deshalb, die Fläche zwischen Leinfelden und Echterdingen mit einem Masterplan als Ganzes zu gestalten, meint Noller. „Eine gute Planung ist der beste Flächenschutz“, sagt sie. Bereits am 1. Februar hatte sich die Verwaltungsspitze in einer Klausurtagung mit dem Titel „Entwicklung in der Mitte“ Gedanken über die Zukunft dieses Gebiets gemacht.

Wie die Mitte einmal genau aussehen könnte, das möchte die Stadtverwaltung möglichst noch in diesem Jahr mit den Einwohnern besprechen. Die Ideen der Bürgerbeteiligung sollen dann in einen städtebaulichen Wettbewerb im kommenden Jahr einfließen. Die Energieversorgung der Gebäude um die Mitte herum soll ebenso eine Rolle spielen wie die Themen Wohnen, Freizeit, Gewerbe, Naherholung, Natur und Mobilität. Wichtig ist es der Ersten Bürgermeisterin Eva Noller, dass in der neuen Mitte Grünflächen erhalten bleiben, wie es auch der Regionalplan vorsieht.

Leinfelden und Echterdingen hätten eine zentrale Funktion

Neben den umfangreichen Planungsaktivitäten an den Rändern von Leinfelden und Echterdingen hat die Lokalisierung der neuen Mitte zwischen den beiden großen Teilorten weitere Gründe. Zum einen sei es geografisch die Mitte Leinfelden-Echterdingens, und zum zweiten verfüge die geplante Mitte nach einer Verlängerung der Stadtbahn U 5 über eine gute ÖPNV-Anbindung, erklärt Noller. Natürlich sei die neue Mitte auch das Stadtzentrum für die Teilorte Musberg und Stetten. Allerdings hätten Leinfelden und Echterdingen eine zentrale Funktion für die Stadt als Ganzes, also auch für die kleineren Teilorte, erklärt die Bürgermeisterin.

Es sind jedoch nicht allein stadtplanerische Ziele, die mit der neuen Mitte verbunden sind. Mit der Planung einer Stadtmitte verfolgt Leinfelden-Echterdingen auch das Ziel, nach dem Zusammenschluss der vier Teilorte im Jahr 1975 die Stadtgesellschaft insgesamt zu fördern. „Es ist eine Chance, eine gemeinsame Identität zu entwickeln“, sagt Noller. „Die Stadt ist mehr als die Summe ihrer Teilorte.“ Ein erster wichtiger Schritt zur Identitätsentwicklung könnte bereits die Bürgerbeteiligung sein.




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