Leonberg Café für Menschen mit und ohne Behinderung

Von Julian Wessel 

Die ersten Wochen liefen nicht so rund. Das Projekt braucht Zeit.

Maren Benedix zeigt anhand von Bildern, was sie während des Projektes „Impulse Inklusion“ erlebt hat. Foto: factum/Granville
Maren Benedix zeigt anhand von Bildern, was sie während des Projektes „Impulse Inklusion“ erlebt hat. Foto: factum/Granville

Leonberg - Das Café B21 in der Bismarckstraße ist neu eröffnet. Die Euphorie, die das bis zum letzten Platz gefüllte Café bei der Neueröffnung auslöste, ist schon wieder verflogen und die Realität und der Alltag sind eingekehrt. Von den Luftschlangen, die am Tag der Neueröffnung die Decke schmückten, ist nichts mehr zu sehen. Es gibt aber auch Erfreuliches zu berichten.

Neustart mit vielen Gästen

Nach dem Neustart zeigte sich das Café-Team, dem nun auch die Gastronomin Micheline Hebbingyhuys angehört, optimistisch. An jenem 15. März konnte man bei über 40 Gästen und einigen Mitarbeitern schon Platzangst bekommen.

Alle Parteien, ob Nachbarn, Förderer, Berufstätige oder Politiker, wollten bei der feierlichen Neueröffnung dabei sein. Schließlich gab es viel zu berichten. So zog Dagmar Allar als Projektkoordinatorin ein Fazit zum Projekt „Impulse Inklusion – Selbstbestimmt Wohnen in guter Nachbarschaft“ und gab gleichzeitig bekannt, die Zukunft des Begegnungscafés in die Hände der frisch studierten Sozialpädagogin Miriam Sickenberger zu legen.

Zielgruppe nicht vertreten

Das Projekt von Atrio , welches am 15. Dezember 2015 begann und am Tag vor der Neueröffnung, 14. März diesen Jahres , endete, wurde vom Sozialministerium Baden-Württemberg gefördert. Das Treffpunkt-café als Teil des Projektes sollte Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen. Das hat Dagmar Allars Ansicht nach auch gut geklappt, sie hätte sich aber mehr Nachbarn, Vereine und auch berufstätige Gäste im Café gewünscht.

Diese Zielgruppe wollte man mit dem Neustart, der durch einen Spendenfond der Diakonie Leonberg unterstützt wurde, verstärkt ansprechen. Gerade nachmittags waren in den ersten drei Wochen tatsächlich mehr Tische als üblich besetzt, die anvisierte Zielgruppe war aber kaum vertreten.

Dabei hatte Miriam Sickenberger bei der Neueröffnung gleich mehrere Veränderungen vorgestellt, die gerade auch auf Nachbarn und Berufstätige ausgerichtet sind. So etwa die veränderten Öffnungszeiten, die auch berufstätigen Menschen Zugang zum Café schaffen sollten. Immerhin wurden die neuen Veranstaltungen, die zusätzlich zu den normalen Öffnungszeiten stattfinden, bisher sehr gut angenommen. Eine Lesung eines Atrio-Klienten, der seine eigene Geschichte über Drachen vorgelesen hat, erfreute sich großer Beliebtheit. Auch das Debüt des „Kino all inclusive“, welches in Kooperation mit der evangelischen Erwachsenenbildung stattfindet, war gut besucht.

Pädagogische Kenntnisse nötig

In nächster Zeit sollen noch mehr Menschen mit Behinderung im Treffpunktcafé zum Einsatz kommen. Es werden bereits einige Beschäftigte der Behindertenwerkstatt Leonberg eingeplant.

Darauf fokussiert sich auch das neue Konzept, dem Sickenberger ihre Stelle zu verdanken hat. Um gemeinsam mit Behinderten erfolgreich arbeiten zu können, sind pädagogische Kenntnisse unerlässlich. Bisher arbeiten bei Bedarf mit Bianca Heinzeling und Maren Benedix zwei Betroffene ehrenamtlich im Café. Im gesamten Wohnhaus, in dem sich auch das Café befindet, wohnen etwa 25 Menschen mit Behinderung.




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