Leonberg Der Leonberger Nationalfeiertag rückt näher

Von Arnold Einholz 

Der 242. Pferdemarkt knüpft an eine lange Tradition an. Einst als Wirtschaftsförderung für eine Stadt in der Krise gedacht, ist er auch heute noch ein wichtiges Markenzeichen, das den Namen der Stadt in die Region hinausträgt.

OB Bernhard Schuler und Foto: factum/Bach
OB Bernhard Schuler und Foto: factum/Bach

Leonberg - Große Ereignisse werfen lange Schatten voraus und so laufen die Vorbereitungen für den 242. Leonberger Pferdemarkt bereits auf Hochtouren. So wird in den Vereinen und politischen Organisationen fleißig an den Umzugswagen gewerkelt, während im Rathaus schon zahlreiche Anmeldungen von Händlern und Züchtern für den Markt und die Pferdeschau eingegangen sind. Das Traditionsfest, das gemeinhin als der Leonberger Nationalfeiertag gilt, wird in diesem Jahr vom 8. bis zum 12. Februar gefeiert, wobei der Dienstag der Haupttag ist.

Seit mehr als 300 Jahren gibt es den Pferdemarkt. Am 15. Januar 1684 genehmigte der württembergische Herzog Friedrich Karl diesen Markt. Die Stadt steckte in einer wirtschaftlichen Krise und versprach sich durch den Markt einen Aufschwung. Seine Funktion als Maßnahme der Wirtschaftsförderung hat der Markt immer noch inne, denn keine andere Veranstaltung trägt den Namen der Stadt so nachdrücklich ins Umland wie der Rossmärkt.

Seine Beliebtheit und Attraktivität verdankt der Markt einem gelungenen Wechsel aus Unterhaltungs- und Fachprogramm. In den Anfängen beschränkte sich das Marktgeschehen hauptsächlich auf den Verkauf von Pferden, Vieh und Hunden. Der heutige Pferdemarkt pflegt zwar auch noch die traditionellen Wurzeln, aber er trägt auch den Veränderungen Rechnung, was die Stellung des Pferdes in der Gesellschaft betrifft, das vom landwirtschaftlichen Gebrauchstier zum Sport- und Freizeitpartner wurde. Diese Entwicklung berücksichtigt das Programm, das neben dem traditionellen Handel auch wissenschaftliche und sportliche Veranstaltungen sowie Seminare umfasst. Ganz wichtig – auch das Freizeitvergnügen für Jung und Alt kommt in diesem Tagen nicht zu kurz, was alles in allem den Pferdemarkt zum Volksfest macht.

Der Höhepunkt ist und bleibt der Pferdemarktdienstag mit Pferdehandel, Pferdeschau, Gespannwettbewerb. Der krönende Abschluss ist der große Umzug. Wer am Dienstag über den historischen Marktplatz lustwandelt, sich bei einem Händler für ein Pferd interessiert, sollte es tunlichst vermeiden, sich mit einem Handschlag zu verabschieden – denn das macht ihn zum stolzen Besitzer eines Vierbeiners. Auch heute noch ist der althergebrachte Pferdehandel, bei dem ein Handschlag das Geschäft besiegelt, auf dem historischen Marktplatz der beliebte Mittelpunkt des Festgeschehens. Mehr als 100 Pferde in der Altstadt werden von 10 Uhr an dem Markt sein typisches Ambiente verleihen.

Parallel zum Pferdehandel bewerten und prämieren Experten im Reiterzentrum an der Fichtestraße bereits von 9 Uhr an Zuchtstuten und ihren Nachwuchs sowie Gespanne. Hier können die Zuschauer die Pferde in Bewegung sehen und die Bewertung der Richter mit dem eigenen Eindruck vergleichen. Um 14 Uhr startet der große Festzug mit Festwagen, Gespannen und Pferden von der Römerstraße über die Eltinger Straße durch die Altstadt.