Leonberg Die Gesellschaft erlebt einen radikalen Wandel

Von Arnold Einholz 

Beim Business-Network wird über Herausforderungen für die Wirtschaft und die Politik diskutiert.

Der Referent des Abends, StZ-Chefredakteur  Joachim Dorfs,   diskutiert angeregt   mit   Uwe Reichert, Jürgen Held und  Dirk Buddensiek (von links) auf der Mitgliederversammlung des  Leonberger Business-Network. Foto: factum/Granville
Der Referent des Abends, StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs, diskutiert angeregt mit Uwe Reichert, Jürgen Held und Dirk Buddensiek (von links) auf der Mitgliederversammlung des Leonberger Business-Network. Foto: factum/Granville

Leonberg - Die größte Taxifirma der Welt (Uber) besitzt keine Taxis, der größte Zimmervermittler (Airbnb) keine einzige Wohnung, der aggressivste Händler (Alibaba) kein einziges Lager“, sagt Joachim Dorfs. Der Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung hat als Gast des Leonberger Business-Network das Thema „Disruptionen in Wirtschaft und Politik: Herausforderungen für die Gesellschaft“ beleuchtet.

„Es reicht nicht mehr, dass die Idee eines Jungunternehmers nur neu und besser ist. Damit er Geld bekommt, muss sie disruptiv, sprich zerstörerisch sein“, formuliert es Dorfs überspitzt. Traditionelle Geschäftsmodelle, Produkte, Technologien oder Dienstleistungen werden dabei von innovativen Erneuerungen abgelöst und sogar vollständig verdrängt und zerstört.

Neuentwicklungen mit großen Folgen

Zwei ganz wesentliche disruptive Trends habe es in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten gegeben: die Globalisierung sowie die Digitalisierung und Vernetzung, sagt der Journalist. Bei der Globalisierung setze gerade eine Rolle rückwärts ein. Viele lehnten den Freihandel ab und Neuentwicklungen, wie der 3-D-Drucker, machen inzwischen die Verlagerung von Produktionen in Billiglohnländer nicht mehr erforderlich.

Joachim Dorfs vertritt die These, dass Digitalisierung und Vernetzung heute eine viel größere Herausforderung darstellen. Das macht er am Beispiel der Automobilindustrie fest. Derzeit würden sich alle sorgen, wie der Wandel zum Elektro-Auto bewerkstelligt werden kann. Verbunden mit Fragen, wo die Wertschöpfung entsteht oder wie viel Personal notwendig ist.

Da komme aber die Digitalisierung ins Spiel. Fahren in zehn Jahren vollautomatische Autos, werde sich der Verkehr auf Robotertaxis verlagern. Eine berechtigte Sorge sei, dass sich Mobilitätsdienstleister wie Uber zwischen Daimler und den Kunden schieben. „Damit wäre Daimler nur noch Lohnfertiger für Uber“, formuliert es Dorfs pointiert. Das müsse nicht so kommen, auszuschließen sei es aber nicht. Welche Auswirkungen so etwas hat, zeige das Beispiel USA, wo in 28 von 50 Bundesstaaten Fernfahrer heute der häufigste Beruf ist.




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