Leonberg Ein immer noch vor allem weiblicher Beruf

Von slo 

Wie fast alle Häuser hat der Klinikverbund große Nachwuchsprobleme. Etwa die Hälfte des Bedarfs an Fachkräften bildet der Verbund selbst aus.

Krankenschwestern haben immer noch den direktesten Kontakt zu den Patienten. Foto: AOK
Krankenschwestern haben immer noch den direktesten Kontakt zu den Patienten. Foto: AOK

Leonberg/Böblingen - Der Klinikverbund Südwest ist ein wichtiger Arbeitgeber in der ganzen Region: Mehr als 4300 Mitarbeiter sind im Verbund, davon derzeit etwa 2100 im Pflege- und Funktionsdienst. Dazu zählen examinierte Pflegekräfte, Auszubildende und Pflegehelfer, die sich rund 1300 Vollzeitstellen teilen.

960 davon sind in den Häusern Sindelfingen, Böblingen, Leonberg und Herrenberg. Sie behandeln Jahr für Jahr 75 000 stationäre und knapp 300 000 ambulante Patienten. Allein in Leonberg arbeiten derzeit 335 Menschen im Pflege- und Funktionsdienst auf knapp 190 Stellen.

Relativ hohe Fluktuation durch Schwangerschaften

Die Fluktuation ist relativ hoch. Ursache dafür ist neben Rente und Altersteilzeit eine vergleichsweise hohe Schwangerschaftsrate. Nach wie vor ist der überwiegende Teil der Pflegekräfte weiblich.

Folglich müssen jährlich rund zehn Prozent der Stellen in der Pflege nachbesetzt werden. Jedes Jahr schließen rund 100 bis 120 Nachwuchskräfte (unter anderem Gesundheits- und Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger, Operationstechnische Assistenten) ihr Examen in der dem Klinikverbund Südwest eigenen Akademie mit etwa 400 Schülern an den Schulstandorten Böblingen und Nagold ab.

Etwa 70 Prozent der Absolventen bleiben in der Regel nach dem Examen beim Klinikverbund. Sprich, von den rund 130 bis 140 jährlich offenen Stellen kann gut die Hälfte aus dem eigenen Nachwuchs wieder besetzt werden.

Der Klinikverbund sucht in Italien nach Personal

Die restlichen offenen Stellen müssen über den freien Arbeitsmarkt besetzt werden, was angesichts des akuten Fachkräftemangels das Gros der Kliniken bundesweit vor eine große Herausforderung stellt. Daher geht der Klinikverbund nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland auf Personalsuche. Schwerpunkt bei der Akquise ist derzeit Italien.

Außerdem betreibt der Zusammenschluss eine eigene Akademie mit einer dreijährigen Ausbildung in Gesundheits- und Krankenpflege sowie in Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Voraussetzung ist die Mittlere Reife. Es gibt ein zusätzliches verkürztes Ausbildungsangebot für Altenpfleger und ein Teilzeitausbildungsangebot in Gesundheits- und Krankenpflege (vier statt drei Jahre).