Leonberg Ferienzeit sorgt für eine Verschnaufpause am Dreieck

Von Ulrike Otto 

Weil viele verreist sind, gibt es weniger Verkehr. Gearbeitet wird trotzdem fleißig. Die Baustelle liegt im Plan.

Stau am Leonberger Dreieck: die Situation hat sich dort jetzt  spürbar entspannt. Foto: dpa
Stau am Leonberger Dreieck: die Situation hat sich dort jetzt spürbar entspannt. Foto: dpa

Leonberg - Es ist merkwürdig ruhig morgens in der Eltinger und der Grabenstraße. Keine langen Autoschlangen an den Ampeln, kein stockender Verkehr. Im Radio werden Staus und Unfälle gemeldet, aber keiner am Autobahndreieck Leonberg. Ist die Dauerstau-Baustelle etwa schon beendet? Keineswegs. Aber es ist das eingetreten, worauf das Regierungspräsidium Stuttgart seit Beginn der Arbeiten im Mai gewartet hat: die Sommerferien. Viele sind verreist, es gibt einfach insgesamt weniger Verkehr. Und das entlastet eben auch die Engstelle am Dreieck.

Nach Auskunft des Regierungspräsidiums Stuttgart, das für die Baustelle zuständig ist, werden die Arbeiten zwischen den Anschlussstellen Leonberg-Ost und -West noch bis Mitte September dauern. „Einige Tage hat es uns tatsächlich verregnet. Aufgrund des momentanen Ausführungsstandes gehen wir aber nach wie vor davon aus, dass wir die geplanten fünf Monate Bauzeit halten“, erklärt Katja Lumpp, die Pressesprecherin des RP.

Am Dreieck dauert es am längsten

Anfang Mai hatten die Arbeiten am Dreieck begonnen. Zwischen Leonberg-Ost und Rutesheim wird für 13 Millionen Euro der Flüsterasphalt erneuert. Dieser hat nach acht Jahren seine lärmmindernde Wirkung verloren. Im Bereich des Autobahndreiecks wurden außerdem alte Betonplatten entfernt und ebenfalls durch den offenporigen Asphalt ersetzt. Da hier auch die Parallelfahrbahnen (Überleitungen A 81) sowie die Auf- und Abfahrten erneuert werden, dauert der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Ost und West am längsten. Auch die Verkehrsbehinderungen sind hier am größten.

Täglich gab es kilometerlange Staus, viele umfuhren das Dreieck und verstopften damit die Straßen in Leonberg und den umliegenden Kommunen. Die Baustellenführung und -ausschilderung sorgte immer wieder für Kritik, es gab anfangs fast täglich Auffahrunfälle oder Zusammenstöße in dem Bereich, in dem die Fahrbahn geteilt wird, weil Fahrer kurz vor der Trennung noch auf die linke Spur rübergezogen sind. Ende Juli starb sogar ein Mann bei einem Unfall im Baustellenbereich. Das Regierungspräsidium hat deshalb bereits Ende Mai Hinweisschilder aufgestellt, die Fahrer sollten der Beschilderung und nicht ihrem Navigationsgerät folgen.

Mitte September wandert die Baustelle weiter

Bereits abgeschlossen sind die Arbeiten zwischen Rutesheim und Heimsheim. Dort war der Belag Anfang Juli innerhalb von zwei Wochen ausgetauscht worden. Ähnlich schnell könnte es daher auch auf dem dritten, noch übrigen Teilstück zwischen Leonberg-West und Rutesheim gehen. Sobald am Dreieck alles fertig ist, wandert die Baustelle Mitte September dorthin. In dieser Zeit ist dann die Anschlussstelle Leonberg-West gesperrt, Leonberg-Ost aber wieder offen. Anfang Oktober soll der Spuk dann endgültig vorbei sein.

Zumindest für die nächsten acht Jahre. Denn im Jahr 2024 steht turnusmäßig die nächste Erneuerung des Flüsterasphalts an. Dies wurde im Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der A 8 im Jahr 2008 festgehalten. Daran muss sich das RP halten. Es gibt jedoch eine kleine Hoffnung. Denn mittlerweile ist ein Flüsterasphalt entwickelt, der länger hält. Dieser befindet sich jedoch noch in der Testphase und durfte deshalb noch nicht verwendet werden.




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