Leonberg Hantavirus ist in der Stadt kein Problem

Von Henning Maak 

Der von der Rötelmaus übertragene Krankheitserreger ist nur in Buchenwaldgebieten gefährlich.

Wenn Laubbläser Mäusekot aufwirbeln, kann es gefährlich werden. Foto: dpa
Wenn Laubbläser Mäusekot aufwirbeln, kann es gefährlich werden. Foto: dpa

Leonberg - Wenn sich Leser unserer Zeitung über Laubbläser beschweren, hat das meistens mit dem einhergehenden Lärm zu tun. Wegen eines ganz anderen Aspekts hat sich jedoch Eberhard Hausch an uns gewandt: „Durch diese Geräte wird der Hantavirus durch die Luft gewirbelt, der eine Gefahr für die Gesundheit darstellt“, berichtet er. Gehört hat er das in einem Radiobeitrag des SWR, und er wundert sich, dass dies in Leonberg nicht mehr thematisiert wird – laut des Radiobeitrags gehöre der Kreis Böblingen zu den fünf in Baden-Württemberg mit den meisten Neuerkrankungen.

Tatsächlich rechnet das Landesgesundheitsamt in diesem Jahr mit rund 2500 Hantavirus-Infektionen – so vielen, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Grund dafür ist, dass sich die Rötelmaus, die das Virus überträgt, im vergangenen Jahr stark vermehrt hat. Die Rötelmaus ist kleiner als die allgemein bekannte Hausmaus und scheidet das Virus über seinen Speichel, Kot oder Urin aus. Die Viren bleiben im getrockneten Kot oder im Staub noch längere Zeit infektiös.

Nach zwei bis vier Wochen bricht die Krankheit aus

Gefährlich ist daher tatsächlich der Staub, der mit Mäusekot kontaminiert ist, und der durch Laubbläser aufgewirbelt werden kann. Zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch liegen laut Experten zwei bis vier Wochen. In Ausnahmefällen treten die ersten Symptome bereits nach fünf Tagen auf, manchmal allerdings auch erst nach 60 Tagen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Manche Patienten spüren von der Infektion gar nichts, andere entwickeln ein sehr schweres Krankheitsbild. Vor allem Kinder stecken eine Hantavirus-Infektion sehr gut weg. Die Symptome können von Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen bis zur Erschöpfung reichen. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann es auch zu Nierenversagen kommen.

Leichte Entwarnung

Doch Pressesprecherin Undine Thiel von der Stadt Leonberg gibt weitgehend Entwarnung: „Es sind viel stärker ländliche Gebiete, in denen die Gefahr des Hantavirus lauert als in Ballungsräumen wie bei uns“, sagt sie. Gefährdet seien vor allem Gebiete mit hohem Buchenwaldanteil, da Bucheckern die Hauptnahrungsquelle für Rötelmäuse seien. „Wenn Forstmitarbeiter Waldhütten in solchen Bereichen mit dem Laubbläser ausblasen, tragen sie immer Mundschutz und flüssigkeitsundurchlässige Handschuhe“, erklärt Thiel.

Man müsse aufpassen, wenn man beispielsweise Holzstapel in Kellern oder Schuppen umschichte. Wenn man den Staub aber durch Wasser binde, indem man vorher nass auswische oder mit dem Schlauch ausspritze, bestehe keine Gefahr einer Tröpfcheninfektion.

Entwarnung gibt die Pressesprecherin für Waldkindergärten oder Kindergärten, die jetzt ihre Waldwoche abhalten. „Die Fachbehörden sehen da keinerlei Probleme“, sagt sie. Auch in der Stadt sei es trotz der Laubbläser nicht notwendig, mit einem Mundschutz herumzulaufen.




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