Leonberg: Lotus-Freunde treffen sich an der Solitude „Höllenteile“ aus Großbritannien

Von Holger Schmidt 

Beim Lotus-Treffen an der Solitude kommen wahre Fans zusammen.

Echte Schätze stehen  an der alten Solitude-Rennstrecke. Foto: factum/Bach
Echte Schätze stehen an der alten Solitude-Rennstrecke. Foto: factum/Bach

Leonberg - Elise, Esprit, Europa, Evora und Exige – alles Namen, die Kenner mit der Zunge schnalzen lassen. Gemeint sind die Fans der britischen Sportwagen-Schmiede Lotus. Am Startturm der ehemaligen Solitude-Rennstrecke im Mahdental, da, wo einst Formel 1-Ass Jim Clark den legendären Ruf der Marke begründete, haben sich am Wochenende rund 40 Besitzer der edlen Mittelmotor-Sportwagen – Oldtimer und Modelle neueren Datums gleichermaßen – zum Fachsimpeln und Erfahrungsaustausch getroffen.

Teilnehmer kommen aus ganz Baden-Württemberg

„Den Spaß an dieser Sache leben wir gemeinsam“, erklären Arnim Flechsler und Frank Grözinger von den Lotus-Freunden Böblingen, die zu der Veranstaltung geladen haben. Die Teilnehmer – alles richtige Enthusiasten – kamen nicht nur aus dem Kreis Böblingen, sondern aus ganz Baden-Württemberg und noch weiter. Einer der Stars der Szene ist Bernd Feistle aus Villingen-Schwenningen, Black Forest-Lotus-Händler und einer von nur 15 in ganz Deutschland, mit seinem hellblauen Exige. „Das Teil ist die Hölle“, schwärmen die Organisatoren. Fünf Stunden Anfahrt nahm Siegfried Herrmann aus Herne in Nordrhein-Westfalen eigens auf sich, um mit seinem Lotus Europa S dabei zu sein.

Aber es ist ja auch ein exklusiver Kreis, der ein Fahrzeug mit den Initialen „CABC“ für Colin Aaron Bruce Chapman im Emblem besitzt. Chapman hatte 1948 den britischen Hersteller aus der Taufe gehoben. Gerade einmal rund 150 dieser Flitzer werden pro Jahr in Deutschland verkauft. Dabei sind die Preise im Gegensatz zu manchen, etwa heimischen Produkten, durchaus erschwinglich. Los geht es bei rund 25 000 Euro. „Porsche war noch nie meins“, sagt Tom Posa aus Zuffenhausen, stolzer Besitzer eines giftgrünen Lotus Europa, Baujahr 1972. Dieser stammt noch aus der Ära des 1982 verstorbenen Gründers. Danach fiel die Marke in eine Art Dornröschenschlaf und wurde Mitte der 90er Jahre mit dem Lotus Elise Mk 1, den auch Arnim Flechsler und Frank Grözinger in Silber und Rot ihr Eigen nennen, wieder- belebt.

Handarbeit schon in den 1970er-Jahren Standard

Von Anfang an lautete die Devise: nicht schwer und damit schnell und vor allem auch bezahlbar. „Diese Autos sind für eines gebaut“, sagt Frank Grözinger: „Für maximale Fahrdynamik.“ Möglich macht und machten es Alurahmen und Karosserien aus Kunststoff, die wie die exklusive Handarbeit schon bei Lotus-Modellen aus den 70er Jahren Standard waren. Qualitäten, auf die im Übrigen auch die Filmindustrie schnell aufmerksam wurde, sodass ein weißer Lotus Esprit, den der Esslinger Hansi Zweigle als Replik auf der Solitude vorführt, auch im James Bond-Streifen „Der Spion, der mich liebte“ eine tragende Rolle spielte.

So turbulent wie im Kino geht es beim Treffen am Samstag aber nicht zu, eher ruhig und gemächlich. In Reih und Glied werden die Wagen aufgestellt, von manch zufällig Vorbeikommendem andächtig gemustert und gerne wird den Mitstreitern das eine oder andere Detail erklärt. Zu schnelles oder rücksichtsloses Fahren ist für die Lotus-Freunde tabu. „Wir bewegen uns im öffentlichen Bereich nur im Rahmen der Straßenverkehrsordnung“, unterstreicht Arnim Flechsler. Wenn es dann doch mal ganz flottes Tempo sein soll, drehen er und einige andere aus der Gruppe auf abgesperrten Rennstrecken ein paar Runden. Und so geht es am späten Samstag dann auch eher im Kaffeefahrt-Modus in Richtung Motorworld Böblingen, wo man zum Abschluss gemeinsam einkehrt.




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