OB Kaufmann bei der Stara Wasserschlachten, Lieder und viel Engagement

Von Henning Maak 

OB Martin Kaufmann besucht erstmals die Freizeit der Lebenshilfe für Kinder mit Behinderung.

Oberbürgermeister Martin Kaufmann   singt und gestikuliert mit Kindern und Betreuern zusammen beim Lied Aramsamsam. Foto: factum/Bach
Oberbürgermeister Martin Kaufmann singt und gestikuliert mit Kindern und Betreuern zusammen beim Lied Aramsamsam. Foto: factum/Bach

Leonberg - Manchmal muss sich auch ein Oberbürgermeister eines Besseren belehren lassen: „Die erste Regel bei uns lautet, hier wird kein Quatsch gemacht“, sagt die Öffentlichkeitsbeauftragte Elisabeth Kolofon zu Martin Kaufmann, als dieser beim Besuch der Stadtranderholung (Stara)für Kinder mit Behinderung im Ökumenischen Zentrum im Ezach zu einer riesigen Wasser-Pumpgun greifen will. Statt eine Wasserschlacht zu machen, darf sich das Leonberger Stadtoberhaupt zu den knapp 30 Kindern in den Kreis setzen und das traditionelle Stara-Lied Aramsamsam mitsingen.

Und nicht einmal ins Liederheft darf er schauen. „Sie brauchen freie Oberschenkel“, erklärt Laura Putze, die Stara-Leiterin. Der OB lernt die Gesten des Bewegungsliedes relativ zügig. „Jetzt singen wir schneller, damit es nicht zu einfach wird“, gibt Laura Putze das Kommando. Doch Kaufmann schlägt sich wacker, auch beim dritten Durchgang, bei dem gar nicht mehr gesungen, sondern nur noch die Gesten­gemacht werden.

23 Betreuer für 31 Kinder

Dann will Kaufmann wissen, was die Kinder in den kommenden zwei Wochen alles vorhaben. „Singen“, „Geräte fahren“ und „Wasserschlachten machen“ kommt es unverzüglich aus den Mündern der Kinder und Jugendlichen. „Wasserschlachten kann man auch gut mit Luftballons machen“, empfiehlt der Oberbürgermeister, der sich beeindruckt vom Engagement der Stara-Helfer zeigt.

23 Betreuer kümmern sich um die insgesamt 31 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 19 Jahren. Ein Teil von ihnen macht dies im Rahmen des freiwilligen sozialen Jahres, ein anderer Teil besteht aus Praktikanten bei der Lebenshilfe. Die ­Allermeisten sind jedoch Ehrenamtliche, die das ganze Jahr über immer wieder bei der Lebenshilfe engagiert sind und die Hauptamtlichen entlasten. „Insgesamt ­haben wir rund 200 Ehrenamtliche, die uns in verschiedenen Bereichen unterstützen“, erläutert Elisabeth Kolofon.

„Wir achten aber darauf, dass die Ehrenamtlichen auch ihren Spaß ­haben“, ergänzt Jürgen Rein vom Jugendamt der Stadt, der zugleich Erster Vorsitzender der Lebenshilfe ist.

Die Leiterin Laura Putze ist ein Urgestein der Stadtranderholung für Kinder mit Behinderung, die die Stadt mit 1000 Euro für acht Kinder aus Leonberg finanziell unterstützt. Grundsätzlich steht die Freizeit für Kinder aus dem gesamten Altkreis offen. Damit sollen Eltern für einen Teil der ­Ferien entlastet werden.

Übernachtung ist für viele das Highlight

Laura Putze engagiert sich hier seit 14 Jahren ehrenamtlich, seit zwölf Jahren hat sie die Leitung inne. Seit zwei Jahren ist die 30-jährige Sonderpädagogin bei der Lebenshilfe fest angestellt. „Dank der vielen ehrenamtlichen Helfer können wir fast eine 1:1-Betreuung anbieten“, erläutert sie.

Die 31 Kinder und Jugendlichen sind in vier Gruppen aufgeteilt, „abhängig von ihrem Aktionsbedarf“, wie Laura Putze erklärt. Von 9 bis 16.30 Uhr gibt es verschiedene Angebote für die Teilnehmer. Ganz oben auf der Wunschliste stehen bei diesen Temperaturen natürlich Wasserschlachten und der Besuch im Leobad. „Wir machen aber auch einen Ausflug in den Sinnesparcour in Welzheim, fahren Boot auf dem Monrepos-See in Ludwigsburg und kriegen eine Führung im Traumpalast-Kino“, erzählt Laura Putze.

Einmal pro Woche dürften die Kinder im Ökumenischen Zentrum übernachten. „Das ist für viele ein Highlight“, sagt sie. Bei so viel Engagement ist es nur verständlich, dass der OB versprochen hat, auch im nächsten Jahr wiederzukommen.




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