Leonberg So viele Stufen wie rauf auf den Engelbergturm

Von Ulrike Otto 

Der Lift zum Parkhaus ist defekt. Nette Schilder weisen den Weg.

122 Stufen? Geht doch... Foto: privat
122 Stufen? Geht doch... Foto: privat

Leonberg - Wie tief die Tiefgarage eigentlich unterhalb der Altstadt von Leonberg liegt, das merken dieser Tage alle, die ihr Wägelchen hier abstellen. Zumindest, wenn ihnen das nicht schon nach der Karussell-Spiralfahrt nach unten klar war. Denn wer nun brav seinen Parkschein gezogen oder die Dauerkarte hinter die Windschutzscheibe geklemmt hat und dann nach oben will, der steht derzeit vor verschlossenen Türen. Also Aufzugtüren. Auch beim Druck aufs Knöpfchen tut sich nichts: Der Lift am mittleren Ausgang („Marktplatz“) ist defekt.

Was also tun? Da gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Man nimmt einen der beiden anderen Aufzüge der Tiefgarage („Hirschbrunnen“ oder „Hinterer Zwinger“) oder schleppt sich rüber in die nach außen offene Hanggarage, wo es einen weiteren Fahrstuhl gibt. Oder zweitens: Man nimmt ganz einfach die Treppe. Damit man auch ja die Orientierung nicht verliert, haben die Stadtwerke da ein nettes Schild aufgehängt: „122 Stufen bis ins EG“, also ins Erdgeschoss. Juhu, mag sich da so mancher Bluthochdruck-Geplagte denken, endlich ein bisschen Sport! Denn ein Vergleich zwingt sich an dieser Stelle geradezu auf: Bis auf den Engelbergturm sind es auch nur schlappe 123 Stufen.

Idee für neuen Wettbewerb

Die Herzsportgruppen können ihr Training noch eine Weile unterirdisch absolvieren. Denn nach Auskunft der Stadt Leonberg ist an dem Lift der Elektromagnet der Bremse hin. Ersatzteile sind nicht zu bekommen. Das Teil ist also mehr oder weniger hinüber. Weshalb nun ein gänzlich neuer Fahrstuhl angeschafft werden soll. Leider dauert so etwas ziemlich lange. Erst im April soll der Gemeinderat die Ausschreibung beschließen. Wann dann ein neuer Lift eingebaut werden kann, steht noch in den Sternen. Vielleicht kann ja der Citylauf-Organisator Eberhard Trinkner bis dahin einen neuen Wettbewerb etablieren? Wo andere Hochhäuser erklimmen, steigt man in Leonberg in die Untiefen der Altstadt-Tiefgarage hinab und wieder hoch. Auf Zeit natürlich. Ist ja sowieso bald wieder Zeit fürs Training für die Strandfigur.




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