Leonberg Weltmeisterlich an Balg und Tasten

Von Kathrin Klette 

Das Erste Orchester der Harmonikafreunde Leonberg/Eltingen schafft es beim größten internationalen Akkordeonwettbewerb in Innsbruck auf den ersten Platz. Die Verlesung der Wertungen wird trotzdem zur Zitterpartie.

Vor der malerischen Kulisse Innsbrucks erspielen sich Foto: privat
Vor der malerischen Kulisse Innsbrucks erspielen sich Foto: privat

Leonberg - Einen solchen Sieg feiert man nicht alle Tage: Beim World Music Festival in Innsbruck hat das Erste Orchester der Harmonikafreunde Leonberg/Eltingen den ersten Platz in der Kategorie Oberstufe erreicht. Mit der „Nostalgia“ von Helmut Quakernack ließen sie ihre Konkurrenten hinter sich und erreichten in der Bewertung 47,2 von 50 möglichen Punkten. „Nur wenige hatten an dem Tag überhaupt so viele Punkte, selbst in den anderen Kategorien“, freut sich der Dirigent Maic Widmann. „Diesmal hat einfach alles gepasst.“

Klingt nach einer eindeutigen Sache. Oder etwa doch nicht? „Hoffnung hat man natürlich immer. Und wir sind schon mit dem Ziel dorthin gegangen, die höchste Note zu bekommen. Aber am Ende gehört immer auch etwas Glück dazu, ob man den Geschmack der Jury trifft“, weiß Widmann. „Aber mein Gefühl nach unserem Vorspiel war gut.“

Selbst die Optimistischen zittern

Dieses Gefühl teilten auch einige der Orchesterspieler. „Mir hat es beim Spielen sehr viel Spaß gemacht“, erinnert sich Vorstandsmitglied Stephanie Jenensch. „Aber ich habe natürlich auch Stimmen von anderen gehört, bei denen es nicht so gut gelaufen ist und die auch mal gepatzt haben.“

Doch selbst für die optimistischen Musiker wurde die Verkündung der Platzierungen letztlich zur Zitterpartie. „Das ist eben kein 100-Meter-Lauf, bei der Bewertung kommen viele subjektive Parameter hinzu“, weiß Jenensch aus Erfahrung. Insgesamt 26 Orchester waren in der gleichen Kategorie angetreten – drei davon sogar mit demselben Werk. „Die haben wir uns natürlich auch angehört, das war wirklich interessant“, erzählt Petra Nowotnik. „Und ungewöhnlich, es mal so anders zu hören.“

Hervorragende Wertung und der erste Platz

Dann der große Moment: Nacheinander wurden die Orchester, beginnend mit dem hintersten Platz, samt ihrer Bewertung verlesen. „Man wartet ständig darauf, ob und wann man genannt wird, und ob man zumindest die höchste Wertung erhält“, erzählt Widmann. Und mit jedem neuen Orchesternamen ging das Hoffen und Bangen weiter. „Wir haben gezählt und gerechnet, wie viele noch übrig sind, aber irgendwann kam man gar nicht mehr mit“, erinnert sich Birgit Erdmann. „Manche mutmaßten schon, dass sie uns vielleicht vergessen haben.“ Denn auch das sei schon vorgekommen, dass ein Orchester nicht genannt wurde und deshalb auf eine hohe Platzierung hoffte, obwohl die Preisrichter nur versäumt hatten, es aufzulisten.

Doch dann der Befreiungsschlag: Die Harmonikafreunde haben nicht nur ihr Etappenziel, die Wertung „Hervorragend“, erhalten, sondern sogar den ersten Platz gemacht. Die Freude bei allen Beteiligten ist riesig. Immerhin ist das Orchester bei elf der bislang nur zwölf Festivals dabei gewesen. Und zum ersten Mal haben es die Akkordeonspieler aus Leonberg ganz nach oben aufs Treppchen geschafft.

Die erste Auszeichnung bei einem Wettbewerb ist dieser Pokal aus Innsbruck aber bei Weitem nicht. „In unserer Vitrine wird es langsam eng“, verkündet Birgit Erdmann freudig.

Wertungsspiele
Das World Music Festival ist der größte internationale Akkordeonwettbewerb und wird alle drei Jahre vom Deutschen Harmonikaverband in Innsbruck ausgerichtet. Oberstufe bezeichnet zweithöchsten Schwierigkeitsgrad. Darüber liegt noch die Höchststufe, in der es die Leonberger in Innsbruck einmal bis auf den vierten Rang schafften.
Konzert
Wer sich von der Vielseitigkeit des Instruments überzeugen will, kann am 3. Juli um 11.15 Uhr zum nächsten Konzert der Harmonikafreunde auf die Seebühne kommen.
  



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