Leonberg Zerstörungswut am „Eltinger Blick“

Der beliebte Aussichtspunkt ist leider nicht mehr ganz. Foto: privat
Der beliebte Aussichtspunkt ist leider nicht mehr ganz. Foto: privat

Unbekannte haben mutwillig einen Felsbrocken aus der von der Eltinger Umweltgruppe „Schlammbrüder“ betreuten Aussichtsplattform gelöst und den Hang hinabgestoßen. Die Ehrenamtlichen wissen nicht, wie sie das reparieren sollen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Leonberg - Wenn wir so viel Zerstörungswut in positive Energie im Dienste unseres Vereins ummünzen könnten, dann wäre es wunderbar. Denn unsere Mitglieder sind nicht mehr die Jüngsten und könnten so manches Mal tatkräftige Unterstützung brauchen“, bringt es Ortwin Rau auf den Punkt. Er gehört der Umweltgruppe des Eltinger Bürgervereins – den „Schlammbrüdern“ – an, die sich dem Erhalt und dem Schutz zahlreicher Biotope in Leonberg verschrieben hat.

Was die Mitglieder erbost, ist ein Akt der Zerstörung, bei dem jüngst der Eltinger Blick das Ziel gewesen ist. Besucher mit anscheinend reichlich überschüssiger Energie haben auf der Aussichtsplattform einen großen Felsbrocken gelockert und den Hang hinabgestoßen. Hier hat der Brocken bei seinem Fall eine Trockenmauer aus aufgeschichteten Steinen zertrümmert und am Fuße das Hanges den Drahtzaun niedergerissen. „Den Zaun haben wir inzwischen repariert und die Trockenmauer wieder aufgebaut, doch den Felsbrocken konnten wir nicht an seinen Platz bringen“, sagt Rau. Der sei viel zu schwer und mit Menschenkraft allein, kaum zu bewegen.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Eltinger Bürgervereins hatte die Umweltgruppe im Frühjahr 2006 in Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises hoch oben im Eltinger Südwesten, auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Rübenloch, einen runden Erdhügel aufgeschüttet. Ein Schotterweg schlängelt sich hinauf, eingefasst von einem Geländer aus Holz. Es ist der „Eltinger Blick“ – ein Aussichtspunkt, von dem man weit ins Land schauen kann.

An klaren Tagen reicht die Aussicht bis zur Schwäbischen Alb, zum Schwarzwald und Stromberg. Man kann sogar über den Engelberg der Leonberger hinwegsehen, was natürlich Balsam für eine Eltinger Seele ist. Auf dem Hügel wurde eine etwa zwei Meter große Sandsteinsäule aufgestellt mit mehreren Durchbrüchen. Einer ist so eingerichtet, dass man direkt auf die Eltinger Kirche blickt – deshalb der Name Eltinger Blick. Der Stein markiert mit seinen 533 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Punkt in der Stadt.

Doch die Ehrenamtlichen der Umweltgruppe haben gegenwärtig reichlich zu tun, denn zahlreiche laufende Arbeiten zum Erhalt der Biotope stehen an. „Nach den Gewittern und dem reichlichen Regen heißt es die Gräben im Gebiet Unter Laiern gegenüber der Smart-Niederlassung zu reinigen, ebenso die Schlamm-Vorbecken der Teichelseen, die verhüten sollen, dass die Seen verlanden“, zählt Rau auf.

In den nächsten Tagen werden die Mitglieder der Umweltgruppe wieder dem Indischen Springkraut und dem Bärenklau zu Leibe rücken, Pflanzen die sich hierzulande verbreiten und die heimischen Vegetation bedrohen. „Viele Arbeiten hängen vom Stand der Vegetation ab, denn wir greifen nur ein, wenn wir am wenigsten stören und beschädigen“, erläutert Ortwin Rau .




Unsere Empfehlung für Sie