LKZ-Sommergespräche Die unorthodoxe Idee für den Nahverkehr

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Bleiben wir beim innerörtlichen Verkehr: Wie soll der denn umstrukturiert werden?

Der Altstadttunnel könnte helfen. Die Frage ist, ob die technische Entwicklung, die ich eben angesprochen hatte, der Notwendigkeit eines Tunnels nicht zuvorkommt. Er wäre frühestens in 20 Jahren fertig.

Sie haben sich vor einem Jahr für einen kostenfreien Nahverkehr ausgesprochen.

Dabei bleibe ich! Die Stadt zahlt 300 000 Euro an den Verkehrsverbund für den städtischen Busverkehr. Dieses Geld sollten wir lieber nutzen, um in einen eigenen Busverkehr zu investieren. Ich denke da an vier Busse, die permanent im Einsatz sind und alle Stadtteile miteinander verbinden. Zunächst gratis, weil umlagenfinanziert.

Und dann?

Dann müssen wir sehen, wie das Angebot angenommen wird. Ich bin optimistisch.

Und das Stadtticket für 1,40 Euro?

So kriegen wir die Massen nicht von der Straße. Wir brauchen radikales Umdenken.

Dafür müssen Sie aber schon noch eine Ihrer unorthodoxen Ideen herausrücken!

Also gut: ein autonom fahrender Kleinbus mit einer Kabine für zehn Passagiere, der das Leo-Center, das Postareal und die Altstadt miteinander verbindet. Der ist so klein, dass er entlang des Brückenschlags auf Gehwegen am Stau vorbeifahren kann.

Das klingt wirklich etwas abenteuerlich.

Gibt es aber schon. In Sitten in der Schweiz sind seit zwei Jahren zwei selbstfahrende Smart-Shuttles in der Stadtmitte unterwegs. Postauto, das große Schweizer Busunternehmen, sagt, dass allein schon im ersten Jahr 21 500 Fahrgäste befördert wurden. Die Skepsis gegenüber dem Kleinbus, der mit sechs Stundenkilometern unterwegs ist, hätte klar abgenommen.

Ein Modell für die Altstadt...

Das würde ihr gut tun. Der Marktplatz braucht ein Profil: Mehr Gastronomie, so wie das in anderen Städten üblich ist. Die aber muss Qualität haben, dann haben wir dort auch ein gutes Publikum. Der große Erfolg der Kunstnacht zeigt, dass Genießen auf höherem Niveau bestens funktioniert.

Eine Aufgabe für den neuen Citymanager...

Der muss eine Vision haben und nicht jedem Trend hinterherlaufen.

Und er muss die Parkprobleme lösen.

Das Handyparken ist ein guter Ansatz, obwohl es auch kein neues Thema ist. An der Verwaltungsspitze hat man offenbar abgewartet, ob es im Sande verläuft. Aber das ist nicht alles. Die Einfahrt ist ein Abenteuer, die Ausgänge müssen sehr viel einladender werden. Bei den Parkscheinautomaten ist eine Billigvariante gewählt worden.

Immerhin läuft jetzt Musik im Parkhaus...

... aber aus ungeeigneten Lautsprechern. So klingt das quäkig und nervt! Insgesamt ist das Parkhaus teuer, wird aber billig am Leben gehalten. Die Stadtwerke und der verantwortliche Bürgermeister Ulrich Vonder-heid haben komplett versagt.

Sind das die wichtigesten Probleme?

Ein zentrales Problem ist die Wohnungsnot. Deshalb ist es mir unverständlich, dass an der Berliner Straße immer noch nicht gebaut wird.




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