LKZ-Sommergespräche Postareal-Entwurf ohne Genialität

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Zum Stadtprofil gehört auch Natur. Doch ausgerechnet beim zentralen Vorzeigeprojekt der Stadtentwicklung, dem Postareal, sollen rund zwölf Bäume gefällt werden.

Ob man Bäume zum Sauerstoff-Heilsbringer machen muss, das weiß ich nicht. Wichtig ist, dass man an dieser Ecke bei der ehemaligen Hauptpost keine Schluchten baut. Es muss eine Luftigkeit bleiben.

Dass die Bäume den Umbauten buchstäblich im Wege stehen, ist keine Überraschung, sondern ist Teil des Konzeptes des Investors Strabag, der das städtebauliche Auswahlverfahren gewonnen hat.

Ich war ja sogar in der Jury, aber ohne Stimmrecht. Ganz ehrlich: Mich hat keiner der Entwürfe angesprochen. Ich hätte für keinen gestimmt. Es fehlte überall eine gewisse Genialität.

Muss im Bereich der alten Hauptpost überhaupt etwas geschehen?

Aber ja! Das ist total richtig und wichtig, weil hier der Puls der Stadt schlägt. Aber die Pläne gehen in die falsche Richtung. Ich fürchte, so wird es nur schlimmer.

Was ist falsch?

Der Brückenschlag zur Altstadt ist ein ganz zentrales Element. Doch der Investor will hier keine Radler drauf lassen. Das geht nicht. Außerdem plant Strabag auf dem Postareal zu viele Geschäfte. Das halte ich für nicht gut. Die Menschen sollen in Richtung Altstadt schlendern und dann dort in die Geschäfte gehen.

Würden Sie das Projekt auf Null stellen?

Wenn das rechtlich möglich wäre, bin ich für eine völlige Neuplanung. Fünf Jahre sind in der Stadtentwicklung kein langer Zeitraum.

Ein Problem bei allen Plänen ist der knappe Platz. Wären mehr Hochhäuser ein akzeptabler Ausweg?

Ich bin nicht dagegen, wenn sie architektonisch ansprechend sind. Ein Negativ­beispiel ist das Layher-Gebiet. Da hat der Kollege Axel Röckle von den Freien Wählern völlig recht, wenn er sagt, dass es dort so eng ist, dass ein Salzstreuer für vier Haushalte reicht, der von Balkon zu Balkon gereicht werden kann.

Ein wichtiger Aspekt in der Postareal­-Diskussion ist die Eltinger Straße. Der OB und andere sind dafür, die vier Spuren auf zwei zu reduzieren.

Wir gehen sogar noch weiter: Wir schlagen ein Einbahnstraßensystem vor: Vom Hirschbrunnen die Bahnhofstraße her­unter, am Bahnhof vorbei. Dann gibt es zwei Wege: Rechts in Richtung Autobahn oder links in die Römerstraße. Am Leo-Center links in die Eltinger Straße zur Altstadt oder rechts nach Eltingen. Dafür brauchen wir nur eine Spur und hätten Platz für Busse, Radler und auch mehr Stadtgrün.

Sie hatten sich in Lahr ein Modell für einen autonom fahrenden Shuttle-Bus angeschaut. Ist das ein Modell für Leonberg?

Auf jeden Fall, weil es ein absolut flexibles Fortbewegungssystem ist und wenig Platz benötigt.




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