Löws Co-Trainer entschuldigt sich Flick und die Stahlhelme

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Der DFB-Trainer Hansi Flick spricht in Zusammenhang von Fußballtaktik von „Stahlhelm aufziehen und groß machen“. Damit sorgt er für Irritationen.

Hansi Flick vergreift sich im Vokabular und ärgert sich darüber selbst. Foto: dpa
Hansi Flick vergreift sich im Vokabular und ärgert sich darüber selbst. Foto: dpa

Mit vielen Worten hat Hansi Flick sehr wenig gesagt, als er kurz vor dem Abflug zum EM-Auftaktspiel gegen Portugal in Lwiw die letzten Neuigkeiten aus dem deutschen Lager übermitteln sollte. Nein, erklärte der Assistent des Bundestrainers Joachim Löw trocken, die Aufstellung könne er leider nicht verraten. Er könne weder bestätigen, dass Jérôme Boateng hinten rechts verteidige noch dass Miroslav Klose als einzige Spitze auflaufe. Der Höhepunkt seiner Ausführungen bestand somit zunächst in der Ankündigung, dass nach dem gemeinsamen Frühstück eine Partie Fußballtennis auf dem Programm der Spieler stehe.

Schon fast vorüber war die Fragestunde, als sich das Gespräch noch um die allseits gefürchteten Freistöße des portugiesischen Superstars Cristiano Ronaldo drehte. Was die Deutschen dagegen zu unternehmen gedenken, wollte einer wissen und bekam von Hansi Flick diese Antwort: „Da heißt es einfach: Stahlhelme aufsetzen und groß machen.“

Flick hat sich bestimmt nichts Böses dabei gedacht. Es war Fußballersprache, vielleicht wollte er am Ende auch einfach nur ein bisschen lustig sein, weil einige im Publikum bereits gegähnt hatten. Wahrscheinlich hat er dann aber selbst gleich gemerkt, dass er mit seiner Stahlhelm-Metapher in einen ordentlichen Fettnapf getreten ist. Jedenfalls kommt es denkbar schlecht an, im Zusammenhang mit der deutschen Nationalmannschaft mit dem Vokabular aus dem Militärjargon zu hantieren – vor allem dann, wenn die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine stattfindet.

„Ich entschuldige mich für meine Ausdrucksweise“

Sehr zerknirscht hat Flick die anschließende Reise nach Lwiw angetreten. Um 12.20 Uhr traf die Lufthansa-Chartermaschine nach 70-minütigem Flug ein – gut zwei Stunden später ließ Flick auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seine Entschuldigung übermitteln.

„Es tut mir leid, wenn Irritationen durch eine unglückliche Bemerkung von mir entstanden sind. Es war ein Versprecher, der keine falschen Eindrücke aufkommen lassen sollte“, sagte der 47-Jährige und fügte an: „Es ist sonst nicht meine Art, mich mit militärischem Vokabular zu sportlichen Sachverhalten zu äußern. Ich entschuldige mich für meine Ausdrucksweise und ärgere mich selbst am meisten darüber, weil ich weiß, wie sensibel wir mit dieser Thematik umgehen.“

Vielleicht tröstet es Hansi Flick ja ein klein wenig, dass auch einem seiner Vorgänger schon einmal ein fulminantes Eigentor unterlaufen ist, das ebenfalls eine so prompte wie kleinlaute Entschuldigung nach sich zog: Vor der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea hatte der damalige Assistenztrainer Michael Skibbe fröhlich wissen lassen, Japan sei „sowieso nicht das Land, in dem man unbedingt mal seinen Urlaub verbringen möchte“.